Eher sparsam als sportlich Mazda3: Zünder-Zwitter

Grimmiger Blick, aber mit gutem Herz: Der Mazda3 ist ein knackiger Kompakter. Foto: MazdaGrimmiger Blick, aber mit gutem Herz: Der Mazda3 ist ein knackiger Kompakter. Foto: Mazda
davidlfsmith

Osnabrück. Mazda hat traditionell ein Faible für besondere Ideen abseits des Mainstreams, sei es beim Design, sei es bei der Antriebstechnik. Der neue Mazda3 setzt diese Tradition fort: In der umständlich betitelten Variante „Skyactiv-X 2.0 M Hybrid“ kommt erstmals ein Benziner mit Selbstzündung zum Einsatz. An der Mischung aus Benziner und Diesel („Diesotto“) haben andere lange geforscht – hier kommt jetzt als Weltpremiere ein 180 PS starkes Aggregat mit Mild-Hybrid-Technik zum Einsatz.

Trotz der 180 PS ist der japanische Golf-Gegner kein Sportmodell, wenngleich die Fahrwerksabstimmung etwas anderes vermuten lassen könnte: Die ist nämlich durchaus knackig, und dazu passend ist auch das Sechs-Gang-Handschaltgetriebe wie im MX-5 mit großer Freude zu bedienen. Abseits der ambitionierten Kurvenhatz aber legt der Dreier eher den Schwerpunkt auf ein sparsames Vorankommen. Vom komplexen Wechselspiel aus Fremd- und Kompressionszündung bekommt der Fahrer nichts mit, er erfreut sich lediglich an einer munteren Herangehensweise auf dem Asphalt. Nur wer in einem allzu hohen Gang bei niedriger Motordrehzahl versucht, Tempo aufzunehmen, produziert beim Tritt aufs Gaspedal ein gefühltes Luftloch. 

Zwischen 5,5 und 6,5 Liter

Ansonsten aber nimmt der Motor willig Gas an, und wer es damit nicht übertreibt, der produziert je nach Fahrprofil Durchschnittsverbräuche zwischen fünfeinhalb und sechseinhalb Litern – deutlich weniger als beim 165 PS starken Vorgänger-Dreier.

Nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, der äußerst sportlich gezeichnete Mazda3 wäre ein Modell zur Selbstkasteiung. Das Cockpit wurde ebenso hochwertig wie geschmackvoll drapiert, in der Ausstattungsvariante „Selection“ fehlt es so gut wie an nichts. Ein „echtes“ Head-up-Display, das wichtige Informationen direkt ins Blickfeld des Fahrers auf die Windschutzscheibe projiziert, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Matrix-LED-Licht, Navi oder Audiosystem sind hier bereits ab Werk verbaut. Mit Lederausstattung, einem Sicherheits- und Assistenzpaket oder Bose-Soundsystem erreicht man schnell über die kurze Aufpreisliste den Status „voll ausgestattet“.

Hinten schwieriger Einsteig

Bedingt durch die flache Silhouette gibt‘s neben einer etwas eingeschränkten Rundumsicht einen etwas schwierigen Einstieg auf die hinteren Plätze, die hohe Ladekante am Kofferraum erschwert das Be- und Entladen. Und ein Teil der 4,46 Metern Länge wird für die Optik verwendet: Beim Platzangebot ist noch Luft nach oben. Vielleicht haben die Japaner aber hier auch noch eine zündende Idee wie beim Motor.


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