Luxus im SUV-Segment BMW X7: Perfekt unangemessen

Gewaltige Front, gewaltige Abmessungen: Der BMW X7 ist Blech gewordene Übertreibung. Foto: BMWGewaltige Front, gewaltige Abmessungen: Der BMW X7 ist Blech gewordene Übertreibung. Foto: BMW
www.daniel-kraus.com

Osnabrück. X1, X2, X3, X4, X5, X6 – all diese Typen gibt es es schon. Großes Preisrätsel: Welches Modell hat BMW in seiner SUV-Palette noch „gefehlt“? Logisch: der X7. Weil gut 2,1 Tonnen Leergewicht und knappe fünf Meter Außenlänge des X6 in vollen Innenstädten mit problematischer Luftqualität noch nicht reichen, setzt der X7 diesem Gigantismus die Krone auf: Der X7 (im Test: xDrive 40i mit 340-PS-Reihensechszylinder-Benziner) misst 5,15 Meter und wiegt mindestens 2320 Kilogramm.

Betrachtet man dieses Ungetüm aus der Sicht eines neutralen Beobachters oder etwa eines technikaffinen Ingenieurs, dann lässt sich sagen: In Sachen Fahrkomfort, Geräuschkulisse, Komfort oder High-Tech macht man BMW nicht viel vor. Der Sechszylinder schnurrt, wenn er nicht gefordert wird, gibt ein leicht heiseres Timbre zum Besten, wenn das Gaspedal zum Überholen gedrückt wird. Bis zu sieben Insassen sitzen auf Ledersesseln (Serie) sehr bequem, auch die dritte Reihe (Serie) bietet angemessenen Platz. Wenn man denn erst einmal hinten hineingekommen ist: Das elektrische Rangieren der zweiten Sitzreihe ist etwas umständlich und gerade bei strömenden Regen wartet nicht jeder gerne draußen, ehe die Sitze in der richtigen Einstellung verharren. 

BMW X7 xDrive40i

Motor: 3.0-l-Benziner (250 kW/340 PS), max. Drehmoment: 450 Nm, Effizienzklasse: B, Verbrauch: 9,0 l, CO2: 204 g/km (Werk), 0-100 km/h: 6,1 Sek., Vmax: 245 km/h, 8-Gang-Steptronic, Allradantrieb.
Maße: Länge: 5,15 m, Leergewicht: 2320 kg, zul. Gesamtgewicht: 3155 kg, Kofferraumvolumen: 326 bis 2120 Liter, Testverbrauch: 10,2 l.
Grundpreis: 88 100 Euro, gefahrene Version: 107 830 Euro. 
Versicherungstypklassen (KH/VK/TK): 21/32/29.

Der Innenraum bietet neben Leder auch jede Menge grafische Leckerbissen. Die Bedienung ist per Taste, Sprache, Eingabefeld oder Geste möglich, das Head-up-Display (Serie) bietet umfangreiche Anzeigen in höchster Auflösung direkt im Blickfeld des Fahrers. Im Winter freut sich der Fahrer, wenn die Standheizung (1700 Euro) mithilfe des fast smartphonegroßen Schlüssels (Serie) so programmiert wurde, dass das Fahrzeug zur geplanten Abfahrt am Morgen schon abgetaut und vorgewärmt ist. Das Einparken kann die Elektronik übernehmen, auch das teilautonome Fahren erledigt der X7 zur vollsten Zufriedenheit. Zahllose Assistenzsysteme wachen über Fahrzeug und Insassen, warnen, reagieren selbstständig und sorgen so für eine sichere Fahrt. 

Wenig auszusetzen 

Wer sich also rein technisch-autoaffin dem X7 nähert, der wird nur wenig finden, was man daran objektiv auszusetzen hätte. Wenn es freilich um das Thema Umwelt geht, fällt dieses Konstrukt in sich zusammen wie ein Kartenhaus: Der angegebene Durchschnittsverbrauch von 9,0 Litern ist im Alltag nicht zu schaffen, die gewaltigen Abmessungen sind nicht nur für deutsche Innenstädte nicht angemessen – sondern im Jahr 2019 schlichtweg nicht mehr zu akzeptieren. Egal, wie technisch perfekt der Mix aus Luxusklasse und SUV ansonsten auch sein mag.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN