Limousine mit einem großen Namen Alfa Romeo Giulia: Eine Diva in grau

Von Michael Nolting

Schickes Kleid: Die Alfa Romeo Giulia fällt mit außergewöhnlichem Design auf.  Fotos: Alfa RomeoSchickes Kleid: Die Alfa Romeo Giulia fällt mit außergewöhnlichem Design auf. Fotos: Alfa Romeo

Osnabrück. Ihr Auftritt ist eher dezent. Die Diva trägt grau – grigio stromboli. Klingt besser und wirkt auch besser als das norddeutsche steingrau. Dazu Felgen und Interieur in volice nero, also in schwarz.

Sie sieht gut aus, hat Schwung, elegante Kurven und einen Ruf, dem sie eigentlich kaum gerecht werden kann. Denn die alte Giulia, gebaut von 1962 bis 1978, hat Kultstatus, ein Auto nach dem sich viele noch heute umdrehen und übrigens aktuell ähnlich viel kostet wie die neue Generation. Die hat Alfa Romeo 2016 wieder auf die Straße geschickt. Mit einem Mini-Facelift vor wenigen Monaten, immer schick und fast so außergewöhnlich wie ihre Motor-Oma.

Logisch aufgebaut: Im Cockpit der Giulia ist jeder Knopf dort, wo man ihn vermutet.

Nicht nur das Äußere überzeugt, auch die inneren Werte haben italienische Raffinesse. Überwiegend schwarz und mattes Metallic bestimmen den aufgeräumten Innenraum. Die sportlichen Ledersitze und das dazu passende Lenkrad sind attraktiv und alttagstauglich. Recht dominant sind die silbernen Sicheln links und rechts des Lenkrads, die als Schaltwippen dienen. Alle Schalter und Bedieneinheiten sind vorwiegend selbst erklärend und finden sich immer da, wo man sie auch vermutet. Es kann also losgehen.

190 PS starker Turbodiesel

Der Start-Knopf befindet sich direkt am Lenkrad, ein kurzes Drücken, und der 190 PS starke Turbodiesel beginnt mit einem kräftigen Dröhnen seinen Dienst. Die Fahrerin – wir bleiben mal bei einer Giulia konsequent feminin – kann selbst entscheiden, wie sie die Veloce-Variante nutzt, was nicht nur Schnelligkeit suggeriert, sondern auch die wörtliche Übersetzung ist.

Back in black: Der schwarze Innenraum wirkt vornehm und edel.

Sie sitzt perfekt, sportlich, zwischen zwei viel Seitenhalt gebenden Wangen. Sie sieht gut, nach vorn besser, nach hinten eingeschränkt, was der Limousinenform geschuldet ist. Sie fährt gemütlich, was auch in der Giulia möglich ist. Mehr Spaß macht die Fahrt im agilen Hecktriebler auf kurvenreichen Landstraßen. Das passt zur Giulia wie Parmesan zu Spaghetti Pomodoro. Die sehr direkte Lenkung und das bestens abgestimmte Fahrwerk sorgen für Spaß und Sicherheit auf der Straße.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Der schöne Schein offenbart aber auch ein paar dezente Schatten. So gibt es für 800 Euro Aufpreis zwar im Vergleich zur deutschen Konkurrenz ein eher günstiges Assistenzpaket. Ein Verkehrserkennungssystem kann man aber genauso wenig als Sonderausstattung kaufen wie die mittlerweile in dieser Klasse üblichen LED-Scheinwerfer. Der Verbrauch ist verhältnismäßig großzügig. Knapp 7,5 Liter waren es im täglichen Pendelverkehr auf Autobahn, Landstraße und im Cityverkehr.


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