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Porsche Neuer 911er: Fahrmaschine 8.0

Von Jan Wrege

Die nunmehr achte Generation des Sportwagenklassikers Porsche 911 folgt im Design der Tradition ihrer Vorgänger, würzt das Vertraute aber mit neuen Elementen. Foto: PorscheDie nunmehr achte Generation des Sportwagenklassikers Porsche 911 folgt im Design der Tradition ihrer Vorgänger, würzt das Vertraute aber mit neuen Elementen. Foto: Porsche

Valencia. Auch die achte Generation des Porsche 911 bleibt mit ihrem Design und dem Boxermotor im Heck einzigartig und zeigt sich beim Test auf dem Grand-Prix-Kurs in Valencia lebendig wie eh und je.

Alles vertraut und doch alles neu: Die Silhouette orientiert sich nach wie vor am Ur-Typ von 1963, ebenso die runden Scheinwerfer. Das Heck mit Leuchtband und stilisierter „11“ als drittem Bremslicht ist mächtig breit geworden; die Türgriffe wurden versenkt; als Reminiszenz an die Elfer der ersten vier Generationen gibt es wieder eine Vertiefung auf der Haube.

Natürlich ist die Nummer 8 mit dem Werkscode 992 wieder stärker und schneller als der Vorgänger. Die Leistung des Turboboxers stieg um 30 auf 450 PS, die Höchstgeschwindigkeit auf 308 km/h, der Sprintwert von 0 auf 100 sinkt auf 3,4 Sekunden. Soweit die nackten Daten. Wirklich faszinierend ist aber, wie Porsche Historie und Moderne verbindet. Der 992 wahrt den Charakter als Fahrmaschine und ist gleichzeitig ein noch komfortableres Alltagsauto geworden, dazu eines mit allem heutzutage offenbar notwendigen digitalen Gedöns von totaler Vernetzung bis zur umfangreichen Fahrerassistenz.

Sportlich-edles Cockpit

Noch immer prägen die klassischen fünf Rundinstrumente das sportlich-edel eingerichtete Cockpit, vier davon sind nun aber virtuell und konfigurierbar, nur der große analoge Drehzahlmesser hat seinen Platz in der Mitte tapfer verteidigt, ebenso der Anlasser links vom Lenkrad. Viele Knöpfe sind verschwunden, das Infotainment und viele weitere Funktionen werden über einen großen Touchscreen gesteuert.

Das Fahren ist ein Genuss. Wird das enorme Leistungsvermögen nicht gefordert, gibt der 911 nicht den beleidigten Macker, sondern den entspannten Cruiser, sehr bequem und auch im Stadtverkehr leicht zu bewegen. Auf Rennpiste wird er zum Raubtier, das gierig Kurven frisst. Porsche installierte eine noch schärfere Lenkung, ein neues blitzschnelles Doppelkupplungsgetriebe mit acht statt sieben Gängen und Dämpfer, die sich mehrere hundert Mal pro Sekunde dem Fahrzustand anpassen. All das und die neue Mischbereifung (vorn 20 Zoll, hinten 21 Zoll) zeigen Wirkung. Der 911 pfeilt sich willig ins Eck und agil wieder heraus, vermittelt überragendes Feedback und kündigt die Grenzen des physikalisch Machbaren an, lange bevor dem Piloten Talent und Straße ausgehen.

„Wet Mode“ als Weltneuheit 

Auf nassem Belag kommt der „Wet Mode“ als Weltneuheit zum Einsatz: Mit Mikrofonen in den Radkästen wird ermittelt, wie stark dort Spritzwasser herumwirbelt. Entsprechend werden adaptive Aerodynamik, Gasannahme, Stabilitätskontrolle etc. darauf ausgerichtet, Aquaplaning zu vermeiden. Funktioniert sensationell, auch im Regen bleibt der Renner stur in der Spur.

Fazit: Für 120 125 Euro bietet Porsche den nahezu perfekten Sportwagen. Puristen könnten allenfalls bemängeln, dass den neuen 911 wirklich jede(r) beherrschen kann.


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