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Vollelektrische Variante Kia Niro: Viel Fahrspaß mit Strom

Von Wolfgang Wieland

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Äußerlich gibt sich der neue Kia e-Niro durch seine geschlossene Front zu erkennen. Foto: KiaÄußerlich gibt sich der neue Kia e-Niro durch seine geschlossene Front zu erkennen. Foto: Kia

Frankfurt. Bei der Elektromobilität müssen die Zahlen stimmen, sonst senkt hier auch der elektroaffinste Kunde im Autohaus den Daumen. Für die surrenden E-Autos sind es in erster Linie drei Parameter, die passen müssen: Reichweite, Ladedauer und selbstredend auch der Preis. 450 Kilometer reinelektrische Reichweite wirken sicherlich beruhigend, kosten aber zur Zeit bei Audi, Jaguar und Tesla rund 80000 Euro – mindestens.

Kia aus Korea kommt mit einem Stromer namens e-Niro, der 455 Kilometer am Stück schafft und das zum mehr als halbierten Einstiegspreis von 38090 Euro. Bestellt werden kann ab sofort, geliefert wird ab dem 6. April 2019. Im City-Zyklus mit maximaler Rekuperation kann man mit dem vollgeladenen Lithium-Ionen-Polymer-Akku sogar bis zu 615 Kilometer zurücklegen. Das erreicht kaum ein benzinbetriebenes Fahrzeug im Stadtverkehr mit einer Tankfüllung.

Beim Thema Wiederaufladung geht es bei Elektrofahrzeugen nicht von Null auf Einhundert, sondern von 20 auf 80, in Prozent der Batteriekapazität gerechnet. Der e-Niro braucht an einer 100-kW-Gleichstrom-Ladestation 42 Minuten, also ziemlich genau ein Mittagessen lang. An einer 7,2-kW-Ladestation dauert dies schon deutlich länger, fünf Stunden und fünfzig Minuten. Und wer zu Hause nur die klassische 230-V-Haushaltssteckdose zur Verfügung hat, muss 17 Stunden und 50 Minuten bis zum nächsten Einsatz warten.

Kia-typische Tigernase

Bei der Außenansicht fällt der geschlossene Kühlergrill mit seiner Kia-typischen Tigernase auf. Rechts unter der Motorhaube befindet sich die Stromladeklappe mit der Buchse für den europäischen Standardstecker CCS. Die absolute Alltagstauglichkeit des neuesten Kia fällt auch beim Öffnen der Heckklappe auf. Der große, variable Gepäckraum fasst mindestens 451 Liter Gepäck und lässt sich auf bis zu 1405 Liter durch Umklappen der Rücksitzbank erweitern. Im modernen, ja fast schon stylischen Innenraum fehlt der klassische Gangwählhebel, dafür wählt man nun am Shift-by-Wire-Drehschalter den Vorwärts- oder Rückwärtsgang. Smartphones bekommen ihren Strom in der Mittelkonsole, rutschfest gelegen und induktiv geladen. Die beiden Vordersitze sind auffallend bequem und bieten auch guten Seitenhalt bei schnell gefahrenen Kurven.

Gestartet wird der 1,8 Tonnen schwere Kompakt-SUV mit dem runden Power-Button rechts neben dem Lenkrad. Vier Fahrmodi stehen zur Wahl, Eco+, Eco, Komfort und Sport. Der Komfort-Modus sollte dem Ottonormalverbraucher für die Alltagsfahrten genügen. Wer etwas zügiger vorankommen möchte, wählt den Sport-Modus, der den Motor und die Lenkung schneller ansprechen lässt. Hier werden dann auch die maximalen Beschleunigungswerte möglich. Maximale Energieeffizienz erreicht man bei Eco+ durch die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit, der Klimaanlage und weiterer verbrauchsintensiver Systeme.

453-Kilo-Batterie

Fahrspaß hat’s in jedem Modus, das bemerkt man bereits beim ersten Antippen des Strompedals.Kraftvoll sprintet der Fronttriebler beim Kickdown und dank des niedrigen Schwerpunkts durch die im Fahrzeugboden integrierte 453-Kilo-Batterie, sind kaum Wankneigungen zu vernehmen. Mit der fünfstufigen Rekuperation kann man sich bei umsichtiger Fahrweise sogar das Bremspedal sparen. Durchs Lupfen des Strompedals setzt eine überraschend hohe Bremswirkung ein, die erst mit dem Stillstand des e-Niro endet.

Eine weitere vertrauensbildende Maßnahme ist die siebenjährige Garantie, bis zu 150.000 Kilometer, die auch die Batterie mit einschließt. Der Ordnung halber sei erwähnt, dass Kia parallel auch noch eine kleinere 100-kW-Version des e-Niro für 34.290 Euro anbietet. Allerdings werden wohl unter zehn Prozent der Kunden sich hierfür interessieren. Fazit:So muss Elektromobilität sein: anständige Reichweite zum überschaubaren Preis.


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