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Fahrtest Toyota Yaris Hybrid: Lautlos mit Gefühl


Osnabrück. Der Sinn, ausschließlich schwergewichtige und große SUVs zu hybridisieren, ist auf den ersten Blick nicht wirklich zu erkennen. Toyota, der Hybrid-Pionier, hat dagegen schon früh angefangen, die Benzin-Elektro-Kooperation quer über seine ganze Modellpalette einzusetzen. Auch im Kleinwagen Yaris, der als Hybrid eine gute Figur abgibt.

Grauer Alltag: Wenn der Yaris in der höchsten Ausstattungslinie (Style Selection) vorfährt, tut er dies mit beeindruckenden inneren Werten. Farbig herausgeputztes Cockpit, aufgeschäumte Oberflächen – in Sachen Qualität und Haptik deutlich mehr, als man landläufig von einem japanischen Kleinwagen (aus französischer Produktion) erwarten würde. Die Anzahl der Ablageflächen ist etwas spärlich, die Lenkradtasten sind im Dunkeln unbeleuchtet und „blind“ nicht gut zu bedienen. Ansonsten weiß die Bedienung zu gefallen, ist nicht überfrachtet, sondern logisch und nachvollziehbar – und den 7-Zoll-Touchscreen mit viel Spiel- und Einstellungspotenzial gibt es schon ab der Ausstattung „Comfort“ serienmäßig.

Ins Blaue fahren: Der 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner und der Elektromotor kommen gemeinsam auf eine Systemleistung von 100 PS – das ist mehr als ausreichend, solange man es nicht eilig hat. Kräftiges Beschleunigen führt dazu, dass der Drehzahlmesser nach oben schnellt, ohne dass adäquat an Tempo zugelegt werden würde. Seine Stärke spielt das Hybridsystem dann aus, wenn man vorausschauend fährt, mit viel Gefühl im rechten Fuß dafür sorgt, dass man rein elektrisch unterwegs ist. Auf der Autobahn hält der Yaris Hybrid (mit Anlauf) auch mit, seine bevorzugte Heimat ist aber die Stadt.

Grüne Welle: 3,6 Liter auf 100 Kilometer sind theoretisch drin – das wurde mit 4,8 Litern im Test dennoch deutlich verpasst. Vermutlich, weil zu wenig Stadtverkehr im Fahrprofil enthalten war.

Rosa Brille: Der Fahrspaß beim Hybrid speist sich vor allem aus dem Anreiz, so oft wie möglich ohne den Einsatz des Verbrenners voranzukommen. Das klappt mit etwas Training auch sehr gut, sodass man immer längere Passagen lautlos zurücklegen kann.

Rotes Tuch: Blinker antippen, dann blinkt es dreimal. Der Komfortblinker ist mittlerweile überall Standard – hier leider nicht.

Schwarz auf weiß: Der günstigste Yaris kostet 12790 Euro, als Hybrid sind mindestens 18240 Euro fällig. Das üppig ausgestattete Testmodell kam am Ende auf 24060 Euro.


Motor: 1.5-l-Benziner und Elektromotor (Systemleistung 74 kW/100 PS), max. Drehmoment: 169 Nm, Effizienzklasse: A+, Verbrauch: 3,6 l, CO2: 82 g/km (Werk), 0-100 km/h: 11,8 Sek., Vmax: 165 km/h, stufenlose Automatik, Frontantrieb.

Maße: Länge: 3,95 m, Leergewicht: 1055 kg, zul. Gesamtgewicht: 1565 kg, Kofferraumvolumen: 286 bis 768 Liter, Testverbrauch: 4,8 l.

Grundpreis: 18240 Euro, gefahrene Version: 24060 Euro. Versicherungstypklassen (KH/VK/TK): 18/21/21.

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