Daimlers M-Klasse-Nachfolger Mit dem Mercedes GLE tanzend durchs Gelände

Von Christina Finke


San Antonio/Texas. Mercedes schickt sein großes Premium-SUV GLE mit technischen Neuheiten in die vierte Generation.

Der Trendsetter unter den SUV soll er sein, der neue Mercedes GLE, so wünscht es sich Mercedes-Benz. Und so lassen die Daimler-Entwickler den M-Klasse-Nachfolger, dessen vierte Generation Ende Januar an den Start geht, bei seiner Präsentation zu elektronischen Klängen regelrecht tanzen. Und auch wenn dieses rhythmische Wackeln und Wippen im ersten Moment etwas albern wirken mag – genau diese rhythmischen Bewegungen können durchaus hilfreich sein.

Denn mit der kleinen Tanzeinlage demonstrieren die Stuttgarter die erste von zwei Weltneuheiten, die in ihrem überarbeiteten Premium-SUV Einzug halten: das elektronisch geregelte Fahrwerk „E-Active Body Control“. Mittels einer elektrischen Hydraulikpumpe, die von einem 48-Volt-Bordnetz versorgt wird, lassen sich die Feder- und Dämpferkräfte an jedem Rad einzeln regeln. So kann das System mithilfe eines Oberflächenscanners Bodenwellen ausgleichen und sich im Fahrprogramm Curve wie ein Motorradfahrer in die Kurve legen. Außerdem hilft der sogenannte Freifahrmodus (oder eben auch Tanzmodus) dem Fahrer in brenzligen Offroad-Situationen aus der Klemme: Wer etwa in sandigem Untergrund feststeckt, wird von dem hüpfenden Fahrwerk langsam aber sicher wieder befreit.

Wie von Geisterhand

Die zweite technische Neuheit ist die Erweiterung des Multimedia-Systems MBUX, für das Daimler schon bei seiner Einführung in der A-Klasse jede Menge Lob eingeheimst hat. Im GLE wird das Bedienkonzept um den sogenannten „Interieur Assist“ ergänzt und reagiert nun nicht mehr nur auf Sprachbefehle, sondern auch auf Bewegungen. Wer etwa die Innenraumbeleuchtung anschalten möchte oder abends etwas im Beifahrerfußraum verloren hat, muss nicht mehr hilflos im Dunklen herumfuchteln. Denn der GLE wartet nicht, bis man den entsprechender Schalter gefunden hat – er erkennt, wenn sich eine Hand dem Touchscreen oder dem Dachhimmel nähert und schaltet ganz einfach selbst das Licht an. Und von dieser wirklich praktischen Neuerung profitiert nicht nur der Fahrer selbst, auch der Beifahrer hat nun ein Mitspracherecht: Das System kann nämlich mit erstaunlicher Präzision unterscheiden, wer von beiden spricht oder die Hand in Richtung Bedienelemente bewegt. Ganz so clever wie K.I.T.T., das sprechende Auto aus der Serie Knight Rider, ist der GLE mit seinem MBUX (und über 30 weiteren Assistenzsystemen, darunter ein aktiver Stau-Assistent und ein aktiver Brems-Assistent mit Abbiegefunktion) vielleicht noch nicht – aber immerhin auf einem guten Weg dorthin.

Unter der Haube des GLE arbeitet zum Markstart Anfang 2019 entweder ein Diesel mit vier oder aber ein Benziner mit sechs Zylindern, Allradantrieb. Zwei weitere Optionen mit umgekehrter Zylinderanzahl (Sechszylinder-Diesel, Vierzylinder-Benziner) sowie eine Plug-in-Hybridvariante sollen folgen. Für den Basispreis von 65807 Euro bekommt man den GLE 300 d 4Matic mit dem 245 PS und 500 Newtonmeter starken 2.0-Liter-Diesel. Die Benziner-Variante (GLE 450 4Matic, ab 72650 Euro) bietet 367 PS, 500 Newtonmeter Drehmoment und verfügt zudem über das 48-Volt-Bordnetz, mit dem kurzfristig weitere 22 PS sowie 250 Newtonmeter bereitgestellt werden können.

Die E-Active Body Control, die mit 7735 Euro einer der teuersten Posten in der langen Aufpreisliste ist, ist optional zunächst nur im GLE-Benziner haben. Den Innenraum-Assistenten hingegen gibt es im MBUX-Komplettpaket für 1722 Euro auch für die Diesel-Variante.


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