Französischer Hochdachkombi Praktisch und pfiffig – der Citroën Berlingo


Osnabrück Der Citroën Berlingo ist ein echter Vorreiter: Der Franzose war Mitte der 90er-Jahre der erste Hochdachkombi überhaupt. Auch wenn Familienkutschen seitdem weniger gefragt sind: Der Berlingo ist immer noch beliebt. Im Test: die dritte, deutlich modernere Generation mit 130-PS-Diesel.

Grauer Alltag: Der Berlingo soll vor allen Dingen eines sein: praktisch. Und diese Disziplin beherrscht er. Im Idealfall finden in 28 Staufächern 186 Liter Unterschlupf. Alleine in die durchgehende Ablage über den Köpfen der Insassen passen 92 Liter. Dazu zwei Handschuhfächer, jede Menge Platz für Krimskrams, der Kofferraum schluckt 775 Liter. Praktisch sind auch die Schiebetüren, durch die man auf die hinteren Sitze gelangt – da bleibt jedes Familienoberhaupt ganz entspannt beim Parken auf dem Supermarktparkplatz. Form folgt Funktion? Ja – aber dennoch weiß der Berlingo mit pfiffigen Designideen innen wie außen zu gefallen.

Ins Blaue fahren: Im Fokus stehen bei einem Familien-Van keine schnell gefahrenen Kurven oder rasante Spurts, sondern sicheres und komfortables Vorankommen. Und auch diese Kernkompetenz beherrscht der Berlingo lässig. Zwar ist der 1,5 Liter große Selbstzünder nicht der leiseste Diesel der Welt, aber durchaus zupackend im Antritt. In den höheren Gängen muss man allerdings schon ein oder zwei Gänge zurückschalten, will man spürbar beschleunigen. Grundsätzlich gilt: Wer entspannt ist, kommt mit dem Berlingo deutlich besser zurecht.

Grüne Welle: Die 4,4 Liter in der Theorie sind, selbst einen entsprechend entspannten rechten Fuß vorausgesetzt, in der Praxis kaum zu erreichen. Eine Fünf vorm Komma ist gesetzt.

Rosa Brille: Die Ausstattung, zumindest in der (gefahrenen) Topversion Shine mit Head-up-Display, Rückfahrkamera, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, dem großen Ablagesystem „Modutop“ am Fahrzeughimmel, vielen Sicherheitssystemen und mehr macht aus dem Berlingo weitaus mehr als einen „nackten“ Pampersbomber wie in früheren Generationen.

Rotes Tuch: Der Spurhalteassistent nervt auf engen Straßen mit rabiaten Eingriffen ins Lenkrad, wenn er meint, dass das Fahrzeug die eigene Spur zu verlassen droht.

Schwarz auf weiß: Der günstigste Berlingo kostet 19090 Euro (110-PS-Benziner), der 130-PS-Diesel startet bei 26390 Euro. Das Testmodell würde 30890 Euro kosten – dann ist wirklich alles an Bord, was man zum komfortablen Fahren braucht.


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