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Elektrifiziert bis 2020 Mercedes EQ-Modelle: Vom Pionier zum Nachahmer

Von Frank Wald

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Eine Spielart des neuen Plug-in-Hybridantriebs ist Mercedes‘ erstes Brennstoffzellenauto, der GLC F-Cell. Fotos: MercedesEine Spielart des neuen Plug-in-Hybridantriebs ist Mercedes‘ erstes Brennstoffzellenauto, der GLC F-Cell. Fotos: Mercedes

Stuttgart Einst führend in der E-Auto-Entwicklung, zuckeln sie jetzt den Visionären hinterher: Mercedes wird mit seinen neuen EQ-Modellen nun auch elektromobil.

Besser spät als nie. Seit mehr als zwanzig Jahren tüftelt Mercedes an Elektroautos herum, egal ob batterieelektrisch betrieben oder mithilfe eines Brennstoffzellenantriebs. Doch alles blieb bei Studien und Konzepten, die irgendwann wieder in der Schublade verschwanden. Inzwischen surren Tesla und Jaguar am Sternträger der deutschen Autoindustrie vorbei. Doch nun wollen auch die Schwaben den Schalter umlegen. Bis 2022 soll das gesamte Modell-Portfolio, insgesamt mehr als 130 Varianten vom Smart bis zum SUV, elektrifiziert werden.

Dabei verläuft der Weg in Mercedes‘ Antriebszukunft mehrspurig: als elektrifzierte Verbrenner mit 48-Volt-Bordnetz und Startergenerator, mit Plug-in-Hybrid-Technologie sowie rein elektrisch mit Batterie- oder Brennstoffzellenantrieb. Auf jeder Spur fahren bereits die ersten Modelle, oder wenigstens Prototypen.

Effizientere Fahrweise

Eine Schlüsselrolle spielen dabei die neuen Plug-in-Hybride, die mit Benzin- oder Dieselmotoren kombiniert, in den C-, E- und S-Klasse-Baureihen starten. Allen gemein sind ein 90 kW starker Elektromotor, eine 13,5 kWh große Batterie mit knapp 50 Kilometer elektrischer Reichweite sowie ein ausgeklügeltes Antriebsmanagement, das sich mit Hilfe von Navigationsdaten, Radar- und Stereokamera situativ auf den Strecken- und Tempoverlauf einstellt. Über visuelle Tipps oder haptische Impulse im Gaspedal soll damit der Fahrer gezielt zu einer effizienteren Fahrweise animiert werden. Bei unserem ersten Probelauf im Diesel-Plug-in-Hybrid E 300 mit dem 194 PS-Vierzylinder und 225 kW (306 PS) Gesamtleistung funktionierte das tadellos. Ein Druckpunkt im Gaspedal markiert die verfügbare elektrische Energie, ein spürbarer Widerstand fordert zum „Segeln“ oder Rekuperieren auf, wobei ein kleines Symbol mit grafischer Erklärung (Gefälle, Kreuzung voraus) im Display empfiehlt, wann man den Fuß vom Gas nehmen sollte. Zur Belohnung bekommt der Fahrer angezeigt, wie lange er mit abgeschaltetem Motor unterwegs war und wieviel Reichweite er dadurch gewonnen hat.

Eine weitere Spielart des neuen Plug-in-Hybridantriebs ist Mercedes‘ erstes Brennstoffzellenauto, der GLC F-Cell – nur mit dem Unterschied, dass er kein Benzin oder Diesel, sondern Wasserstoff tankt, der dann an Bord in Strom umgewandelt wird. Aus 4,4 Kilogramm zieht das SUV genügend Energie für bis zu 478 Kilometer Reichweite. Auch hier liefert die 13,5 kWh-Batterie voll aufgeladen noch einmal rund 50 Kilometer hinzu. Der Elektromotor selbst leistet 155 kW (211 PS). Mit nur drei Minuten Tankzeit ist der GLC F-Cell schon jetzt das alltagstaugliche Elektroauto für die Kurz- und Langstrecke. Allerdings gibt es bislang nur knapp 50 Wasserstofftankstellen in Deutschland, weshalb Mercedes die ersten Modelle Ende des Monat erst mal nur an ausgewählte Kunden übergibt.

EQC startet Mitte 2019

Auf den ersten rein batteriebetriebenen Mercedes jedoch werden wir noch bis Mitte 2019 warten müssen. Der EQC ist ebenfalls ein SUV mit zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse, die zusammen 300 kW (408 PS) leisten und außerdem einen Allradantrieb simulieren. Die Reichweite der 650 Kilogramm schweren 80 kWh-Batterie soll 450 Kilometer betragen, allerdings nach alter NEFZ-Norm, nach aktueller WLTP-Norm wird sie dann eher unter 400 Kilometer liegen.


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