Kastig, kantig, kompromisslos Wieder auf Kante – der neue Suzuki Jimny

Von Frank Wald


Frankfurt Der neue Suzuki Jimny besinnt sich äußerlich auf seine Ur-Ahnen, kombiniert volle Geländetauglichkeit mit Lifestyle-Chic.

Es gibt nur wenige Geländewagen, die den Legenden-Status für sich reklamieren können. Der Suzuki Jimny gehört dazu. Die neue Generation, die zu Preisen ab 17915 Euro zum Händlern rollt, kehrt optisch zu den kantigen Anfängen zurück und wird damit zum Hingucker im Heer der rundgeschliffenen SUV-linge.

Kastig, kantig, kompromisslos – der rechteckige Aufbau des nur 3,65 Meter kurzen Jimny mit steilen Karosseriesäulen, fast senkrechten Flächen an Heck und Seiten sowie die flache, fast quadratische Motorhaube springt ins Auge, schafft zugleich aber auch eine gute Rundumsicht. Unterstützt wird der robuste Offroad-Look durch die schwarzen Fronteinsätze mit Vertikalstreben und Rundscheinwerfern, die überdimensionalen, wie nachträglich angesetzten, Radhäuser und das Reserverad am Heck. Wählt man die Zweifarblackierung (330 Euro), ist auch noch das Dach mit den auffälligen Ablaufrinnen schwarz lackiert.

Passend zur puristisch-stämmigen Erscheinung gibt sich auch das Interieur aufgeräumt und funktional. Komplett in schwarz gehalten prägen horizontale und vertikale Linien das Bild, Armaturentafel und Mittelkonsole sind intuitiv geordnet, Schalter und Regler auf schnelle und einfache Bedienung ausgerichtet. Nettes Gimmick: die zahlreichen Nieten auf dem Armaturenträger in Inbus-Schrauben-Optik, die sich bei näherem Hinsehen jedoch als Plastikattrappen entpuppen. Einziger Farbklecks im schwarzen Cockpit sind die Instrumentierung und die Kacheln des 7-Zoll-Multimedia-Touchscreens.

Der Sitzkomfort geht in Ordnung. Weil die Fensterheber in die Mittelkonsole gewandert sind, gibt es vorne etwas mehr Platz in der Breite. Dafür rückt die Tür nun sehr dicht ran. Auf den Rücksitzen, die man nur über die Beifahrerseite erreicht, geht es etwas enger und durch den geringeren Bodenabstand unbequemer zu. Der Gepäckraum dahinter beschränkt sich auf mickrige 85 Liter, der jedoch durch Umklappen der Lehnen zur fast ebenen Ladefläche auf maximal 830 Liter erweitert werden kann.

Das Fahrverhalten lässt sich durchaus als robust bezeichnen. Es gibt nach wie vor nur einen Motor. Ein neuer 1,5-Liter Vierzylinder-Benziner mit 102 PS ersetzt den bisherigen 1,3-Liter. Das Aggregat ist trotz seines größeren Hubraums kleiner, leichter und effizienter – wenn auch nicht unbedingt spritziger. Sein maximales Drehmoment von 130 Nm erreicht der Sauger erst bei 4000 Umdrehungen und erst nach langem Anlauf sind die maximal 145 km/h erreicht. Doch so schnell will man mit dem kleinen Allradler ohnehin nicht fahren. Der Motor ist stets präsent, röhrt ab Tempo 120 in den Ohren. Leider fehlt hier ein sechster Gang. Und auch das Fahrwerk kann mit Leiterrahmen und Starrachsen seinen Nutzfahrzeug-Charakter nicht verbergen.

Doch eben damit schlägt die große Stunde des kleinen Japaners, wenn es schmutzig wird. Mit zuschaltbarem Allradantrieb, üppigen 21 Zentimeter Bodenfreiheit sowie den luftigen Böschungswinkeln vorne und hinten klettert der Jimny über Stock und Stein, wenn größere und teurere SUV längst auf der Strecke liegen. Wobei nicht gesagt ist, dass gerade der neue kantige Typ nicht auch bei den Kunden ankommen würde, denen das ganze Gelände-Getue schnurz ist, solange es nur nach Offroad aussieht. Vor allem mit den Zweifarb-Lackierungen mit schwarzem Dach und der exklusiv für den Jimny entworfenen Farbe „Kinetic Yellow“ macht der Jimny auch neben den Lifestyle-Lastern eine gute Figur.


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