Mittelklasse-SUV Runter mit dem Heck – der Audi Q5 im Test


Osnabrück In der gehobenen SUV-Mittelklasse spielt Audi mit dem Q5 seit der Premiere vor zehn Jahren eine gewichtige Rolle. Seit vergangenem Jahr ist die zweite Generation am Start. Im Test: der 190 PS starke Zwei-Liter-Diesel mit Doppelkopplungsgetriebe und Allradantrieb.

Grauer Alltag: Im Vergleich zum Vorgänger ist die zweite Generation etwas kantiger und schärfer ausgefallen; wie bei Audi üblich, fallen die Unterschiede aber erst auf den zweiten Blick auf. Die manuelle Sitzverstellung ist für ein Auto, das im Testwagenfall rund 70000 Euro kosten soll, nicht angemessen. Darüber hinaus verströmt das Cockpit aber Premiumanspruch. Materialien, Verarbeitung, Finish – alles auf hohem Niveau. Erst recht die technische Ausstattung mit induktivem Smartphoneladen auf großer Ablagefläche, Bedienung per Sprachsteuerung, Dreh-/Drückregler oder handschriftlicher Eingabe sowie dem großem „Virtual Cockpit“, das rund um Tacho und Drehzahlmesser jede Menge digitale Individualität ermöglicht. Die Platzverhältnisse sind in Ordnung (vorne mehr als hinten), der Kofferraum von durchschnittlicher Größe, aber mit variabel faltbarer Matte (125 Euro) sowie Schienensystem und Fixiergurten (205 Euro) gut im Alltag nutzbar.

Ins Blaue fahren: Der Selbstzünder läuft zuweilen etwas rau, was aber nicht weiter ins Gewicht fällt. Bei höherem Tempo und engagierten Sprints macht sich das Gewichts des Fahrzeugs bemerkbar, ansonsten verrichten Aggregat und Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zuverlässig ihren Alltagsdienst. Der Allradantrieb sorgt für zusätzliche Sicherheit, die adaptive, elektronische Luftfederung (1950 Euro) nimmt in der Komfortstellung nahezu jedem Schlagloch den Schrecken.

Grüne Welle: Mit den montierten 20-Zoll-Reifen stehen 5,6 Liter im Datenblatt, im Alltag muss man immer noch einen Liter draufrechnen.

Rosa Brille: Die Ladekante des Kofferraums ist relativ hoch, doch das Heck geht gerne in die Knie, lässt sich per Knopfdruck um rund sechs Zentimeter absenken, so dass das Be- und Entladen deutlich leichter fällt.

Rotes Tuch: Das Assistenzsystem „Active Lane Assist“, das automatisch die Spur halten soll, verlangt eine harte Hand: Wer das Lenkrad nicht permanent fest und an bestimmten Punkten umklammert, wird per Warnhinweis darum gebeten, doch bitte ans Lenkrad zu greifen.

Schwarz auf weiß: Der günstigste Q5 40 TDI quattro kostet 47300 Euro, mit allerlei Extras von der Preisliste standen unter dem Strich 70100,01 Euro.


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