Gezielter Feinschliff Jeep hat den Cherokee geliftet

Von Guido Borck


Frankfurt Die Frontpartie geglättet, zwei überarbeitete Turbodiesel und mehr Platz: Jeep hat den Cherokee überarbeitet. Das Midsize-SUV startet bei 37500 Euro und ist nach wie vor auch als Offroader erhältlich.

Beim letzten Cherokee hatte Jeep wohl 2014 die Design-Schraube etwas zu weit gedreht. Und zwar so stark, dass sich selbst eingefleischte Jeep-Fans nach dem Erscheinen des US-Geländegängers nur wenig mit ihm anfreunden konnten. Schuld war insbesonders die rund geformte Frontpartie mit ihren extrem schmalen Scheinwerfern. Die hat Jeep mit der jüngst vorgenommenen Überarbeitung nun geglättet. Statt der schlanken Sehschlitze gibt es fortan groß dimensionierte LED-Scheinwerfer und der kantiger gestylte Stoßfänger wirkt um einiges gefälliger. Fortan polarisiert der Cherokee weniger, trotzdem bleibt der unverwechselbare Charakter erhalten. Gleiches gilt für das Heck mit seinen neu gestalteten Rückleuchten. Darüber hinaus wanderte das Nummernschild von der Schürze in die Heckklappe. Die hintere Pforte öffnet und schließt auf Wunsch komfortabel mittels Fuß-Kick.

Klarer strukturiert

Im Innenraum präsentiert sich der geliftete Cherokee aufgeräumt. Die Modifikationen fallen zwar moderat aus, dafür erweisen sie sich als umso praxistauglicher. Der Fahrer blickt auf neu gestaltete Instrumente, die klarer strukturiert sind. Zwischen Tachometer und Drehzahlmesser befindet sich ein kontrastreiches TFT-Display, welches in seiner besten Ausführung bis zu 17,8 Zentimeter groß ist. Neu ist außerdem das Multimediasystem mit seinem sieben oder wahlweise bis zu 8,4 Zoll großem Touchscreen. Die Menüführung erweist sich als logisch und glänzt mit einfacher Handhabung. Smartphones lassen sich mittels Apple Carplay und Android Auto einfach mit dem Entertainment vernetzen und das Navi berechnet die eingegebene Route schnell. Auch das Angebot an Assistenzsystemen fällt umfangreich aus und umfasst unter anderem einen aktiven Spurhalter, Totwinkel-Warner, oder adaptiven Tempomat.

Ein Manko im Cherokee waren bisher die zu geringen Ablagemöglichkeiten. Dieses wurde durch die Umgestaltung der Mittelkonsole beseitigt. Jetzt kann endlich auch der tägliche Kleinkram in den großen Staufächern rutschsicher untergebracht werden. Das Raumangebot für die Gäste ist vorne wie hinten in Ordnung und hat in Sachen Kofferraum sogar um 70 Liter zugelegt. Der Cherokee nimmt mit 570 Litern Ladevolumen jetzt zwei mittlere Koffer mehr mit, da sich die Rückbank ein Stückchen weiter in Längsrichtung verschieben lässt.

Zunächst nur mit Diesel

Die beiden bekannten 2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel wurden überarbeitet und sind jetzt sauber nach Euro 6d-Temp. Der Basis-Selbstzünder bringt es auf 150 PS, die zweite Variante dagegen auf 195 PS. Zwar hat der Top-Diesel nun fünf PS weniger Leistung, doch das maximale Drehmoment von 450 Nm bei 2000 Touren blieb gleich. Ein neuer Direkteinspritzer-Benziner mit zwei Litern Hubraum und 270 PS wird im nächsten Frühjahr noch das Motorenportfolio ergänzen.

Wir fuhren den Top-Diesel, der serienmäßig mit einer Neunstufenautomatik ausgerüstet ist. Wahlweise gibt es Front- oder einen Allradantrieb, der selbst den schweren Geländeeinsatz nicht scheut. Der Selbstzünder nimmt lebendig seine Arbeit auf und verfügt über ordentliche Leistungsreserven. Auch die Automatik gefällt, sie agiert sanft und zeigt schnelle Reaktionen auf Schaltbefehle per Lenkradpedals. Bei geruhsamer Fahrweise könnte die Wandlerautomatik jedoch manchmal etwas eher in die höheren Gangstufen wechseln. Denn der kraftvolle Selbstzünder hat zwar reichlich Kraft, klingt aber in höheren Drehzahlregionen etwas knurrig. Ansonsten ist der Jeep Cherokee ein angenehmes SUV für die Langstrecke und glänzt neben passablem Fahrkomfort auch mit guter Geräuschdämmung.


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