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Deutlich entschärft Kuscheliger Kaktus – der Citroën C4 Cactus im Test

Von Lothar Hausfeld


Osnabrück Als Citroën den C4 Cactus 2014 präsentierte, war das kleine SUV in Sachen Optik und Interieur ein ziemlich mutiges Statement. Die neue, zweite Generation wurde deutlich entschärft, gibt sich jetzt gefälliger – und setzt vor allem auf Komfort und Kuscheln. Im Test: die 110 PS starke Benzin-Version mit Sechs-Gang-Automatik.

Grauer Alltag: Ein paar Besonderheiten gibt es immer noch im Cactus-Cockpit. Etwa die Schlaufen an den Türinnenseiten statt der üblichen Griffe, oder die Ausstellfenster auf der Rücksitzbank. Wo ansonsten auf Symmetrie geachtet wird, gerät die Wohnlandschaft hier ein wenig schräg, etwa bei den Lüftungsdüsen oder dem vollkommen vom Normalen abweichenden Handschuhfach mit interessanter Beklebung im Stile von Luxus-Reisetaschen. Die Sitze sind breit und unglaublich bequem, sodass man sich wie ins Wohnzimmer-Sofa kuscheln möchte. Und auch könnte. Die Ladekante des Kofferraums ist ein wenig hoch geraten.

Ins Blaue fahren: Der Dreizylinder-Benziner mit 110 PS ist vollkommen ausreichend. Dabei kommt dem Aggregat zugute, dass der Cactus mit weniger als 1,2 Tonnen Leergewicht ganz untypisch für ein neues Modell mit wenig Kraft zu bewegen ist. Mit dem Cactus will und soll man nicht um die Kurven hetzen, sondern entspannt dahin gleiten. Das gelingt jederzeit, auch dank eines neuen Feder- und Dämpfersystem, das dafür sorgt, dass auch gröbere Probleme auf der Straße kein Problem für die Insassen bedeuten. Eine verbesserte Dämmung kapselt den knurrigen Dreizylinder gut ab, so dass man auch von der Geräuschkulisse nicht belästigt wird.

Grüne Welle: 5,3 Liter sind es auf dem Prüfstand; im Alltag landet man bei einer Sechs vor dem Komma.

Rosa Brille: In vielen Modellen wird man heutzutage derart von Anzeigen und Displays erschlagen, dass man sich kaum noch auf das Geschehen auf der Straße konzentrieren kann. Das zentrale Display über dem Lenkrad ist derart reduziert und aufgeräumt, dass es eine wahre Freude ist. Digitaler Tacho, Tankanzeige, Kilometerstand. Mehr nicht. Weniger ist hier definitiv mehr.

Rotes Tuch: Der Start-Stopp-Automatik geht an der roten Ampel schnell die Luft aus, der Motor springt nach wenigen Sekunden wieder an.

Schwarz auf weiß: 22940 Euro kostet der Automatik-Cactus in der höchsten Ausstattungslinie, mit ein paar Extras standen unter Strich 25030 Euro – auch beim Preis ist der Cactus eher kuschelig als stachelig.


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