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Offroad mit dem Skoda Kodiaq Wenn Bären ein Schlammbad nehmen

Von Christina Finke

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Sofia/Skopje Von wegen weichgespültes SUV für die Stadt: Der Skoda Kodiaq Scout lässt sich auch abseits befestigter Wege nicht aufhalten.

„Macht euch keine Sorgen“, haben sie gesagt. „Zu dieser Jahreszeit regnet es hier nie“, haben die mazedonischen Guides dem Skoda-Team bei der Abnahmefahrt der Offroad-Strecken für den diesjährigen Euro Trek versichert. Es fällt schwer, ihnen das zu glauben, als wir am Nachmittag des ersten Tages auf dem 1800 Meter hohen Berg Malesevo, den sich Bulgarien und Mazedonien teilen, stehen und sich ein Gewitter – inklusive Regenschauer – aus dunkelgrauen Wolken über unseren Köpfen entlädt.

Für die insgesamt dreitätige Tour, die uns vom bulgarischen Sofia über Höhenzüge und durch Schluchten ins mazedonische Skopje führen soll, hat Skoda den Kodiaq Scout bereitgestellt. Seit vergangenem Jahr haben die Tschechen das SUV im Programm, das sich innerhalb kürzester Zeit zum Erfolgsmodell gemausert hat. Nun soll der Kodiaq auf unbefestigten Wegen und Pfaden im dünn besiedelten Balkan beweisen, dass er mehr ist als ein weichgespülter Lifestyle-Geländewagen von der Stange. Auf den insgesamt rund 800 Kilometern, von denen gut 130 auf unbefestigten Pisten zurückgelegt werden, unterziehen wir also den mit Allradantrieb ausgerüsteten Bären dem Härtetest.

Die technischen Voraussetzungen der Fahrzeuge auf dem Euro Trek: 190 PS, 400 Nm maximales Drehmoment, 1968 Kubikzentimeter Hubraum, 7-Gang-DSG-Getriebe und ein per Knopfdruck aktivierbarer Offroadmodus, der Fahrwerk, Motor und Bremsen dem Gelände anpasst. Zu haben ist der Kodiaq Scout ab 37250 Euro, für das getestete Modell mit reichlich Sonderausstattung werden 53750 Euro fällig.

Der erste Tag des Euro Trek ist noch eher eine Art Schnupperkurs: Es geht hauptsächlich über relativ gut ausgebaute Straßen und den ein oder anderen Waldweg durch einsame Gebirgs- und Hügellandschaften.

Über Stock und Stein

Deutlich anspruchsvoller wird es am zweiten Tag, an dem über vier Etappen rund 80 Kilometer Offroad-Fahrten zusammenkommen. Hauptsächlich geht es über schlammige Waldwege und steinige Passagen durch weite Felder. Aufgrund der unterentwickelten Infrastruktur sind die Unterschiede zu Landstraßen und Geländeetappen nicht immer eindeutig. Die Dörfer in den atemberaubenden Landschaften Mazedoniens sind größtenteils verlassen oder nur dünn besiedelt. Hier wird noch in Lehmhütten gelebt, Esel übernehmen Transportaufgaben und die Wege werden eher von Ziegen und Kühen als von Autos genutzt.

Ab und zu streift der Kodiaq an diesem Tag mit dem Unterboden über Felsen – auch wenn 194 Millimeter Bodenfreiheit bei einem Geländewagen meist ausreichen. Doch der serienmäßige Unterbodenschutz sorgt dafür, dass ernsthafte Schäden ausbleiben.

Das größte Problem auf unserer Tour über Stock und Stein durch die urtümliche Landschaft des Balkan ist ein anderes: die Bereifung. Denn statt Geländereifen hatte Skoda den Fahrzeugen Winterreifen aufgezogen, um in der Serienausstattung zu bleiben. Da haben die spitzen, scharfkantigen Steine, die sich in schlammigen Pfützen und im wuchernden Gras entlang unserer Wege verstecken einfaches Spiel. Die Folge: 15 Reifenschäden an den insgesamt 22 Wagen innerhalb von drei Tagen. Wie gut, dass Skodas Mechaniker an alles gedacht haben und 40 Ersatzreifen mit nach Mazedonien gebracht haben, die sie innerhalb weniger Minuten wechseln – egal ob im tiefsten Schlamm oder an stark bewachsenen, steilen Abhängen.

Die Schlammschlacht

Auf unserer Etappe am dritten und letzten Tag des Skoda Euro Trek, an dessen Ende wir die mazedonische Hauptstadt Skopje erreichen, haben wir jedoch mit anderen Dingen zu kämpfen. Die heftigen Regenfälle der vorherigen Tage haben Wiesen und Fahrspuren in den Nationalparks Galicica und Mavrovo komplett verschlammt. Der rötliche Matsch in den tiefen Spurrillen verklebt die Reifenprofile schon auf den ersten Metern durch die atemberaubende Berglandschaft und macht sie zu Slicks. Umso wichtiger ist es hier, ausreichend Abstand zwischen den einzelnen Fahrzeugen der Kolonne zu lassen, die richtige Spur zu finden sowie mutig und mit genügend Schwung die trüben Wasseransammlungen zu durchfahren. Die Nerven sind angespannt: Wie tief ist wohl die nächste Schlammpfütze? Wann setzt der Unterboden auf? Und lauern wohl auch hier noch spitze Steine versteckt unter Lehm und Gras?

Nur mit viel Mühe geht es voran, einige Fahrzeuge sind nur mit großem Einsatz der Service-Crew und Muskelkraft wieder zu befreien. Auch wir fahren uns in einer riesigen Schlammpfütze fest und müssen von einem anderen Fahrzeug herausgezogen werden. Die Farbe unseres Kodiaq ist anschließend nur noch schwer zu erkennen – gäbe es einen Preis für das dreckigste Fahrzeug, wir hätten ihn sicher.

Am Ende kommen schließlich alle Fahrzeuge ohne nennenswerte Schäden, dafür aber verschlammt und mit luftleeren Reifen auf dem Dach in Skopje an. Und auch wenn wohl die wenigsten SUV-Fahrer ihrem Wagen im Alltag das zumuten, was der Kodiaq Scout beim Euro Trek leisten musste: Es ist doch gut zu wissen, dass der Bär – falls notwendig – auch im rauen Gelände bestehen kann.


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