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Vernetzte Fahrzeuge Serienmäßige Konnektivitätsdienste bei Skoda

Von Michael Blumenstein

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Skoda vernetzt seine Fahrzeuge mit Diensten, die Autofahrern das Leben einfacher machen sollen. Foto: SkodaSkoda vernetzt seine Fahrzeuge mit Diensten, die Autofahrern das Leben einfacher machen sollen. Foto: Skoda

Weiterstadt. Connectivity ist das aktuelle Schlagworte in der Individual-Mobilität. Skoda möchte auch hier den Anschluß halten und vernetzt jetzt ebenfalls seine Fahrzeuge – ob der Kunde es will, oder nicht.

Seit April 2018 sind neu homologierte Fahrzeuge zwangsvernetzt – dank E-Call. Bei einem Unfall mit Airbag-Auslösung geht ein Notruf an eine Leitstelle. Diese versucht, Kontakt mit den Insassen aufzunehmen und führt Rettungskräfte zeiteffizient mittels Standort-Lokalisierung an den Unfallort. In einem Aufwasch bieten viele Autohersteller nun zusätzlich Konnektivitätsdienste an, eine logische Konsequenz.

Wenn man Skoda Glauben schenken mag, wollen Autofahrer ihren „digitalen Lifestyle auch im Fahrzeug fortsetzen“. Vernetzung sei ein automobiler Megatrend. Richtig ist, dass der Umgang mit digitalen Geräten und Diensten für die meisten Menschen nicht mehr wegzudenken ist. Der gebotene Komfort vereinfacht und beschleunigt das Leben zugleich. Laut einer Capgemini-Umfrage wünschen sich 63 Prozent beim nächsten Auto „vernetzte Services“ – was auch immer das bedeutet. Laut McKinsey sind knapp 50 Prozent der Autokäufer bereit, die Fahrzeugmarke zu wechseln, wenn das neue Modell nicht so vernetzt ist, wie man es erwarte. Zeit für Skoda, Vollgas zu geben.

Ein Jahr alles gratis

Skoda Connect lautet deren Angebot. Dabei sind je eine Notruf-, Service- und Infotaste über dem Innenspiegel 14 Jahre kostenfrei aktiv – und serienmäßig (bis auf Citigo). Nicht ganz uneigennützig. Denn mit dem Service-Knopf kann Skoda Geld verdienen und Nutzerverhalten studieren. Dann, wenn der Kunde darüber die Inspektion bucht oder andere Services aktiviert. Im ersten Jahr sind alle Dienste gratis. Anfixen lautet der Plan. Unter anderem dabei: Eine App, die via Smartphone jederzeit über Füllstände (Sprit, AdBlue) informiert oder meldet, wenn ein technisches Problem vorliegt (Plattfuß). Das Auto kann lokalisiert und die Standheizung von Basel aus in Bonn aktiviert werden. Die App verknüpft sich auf Wunsch mit dem Terminkalender und sendet die Adresse ans Navi inklusive Tankstopp, wenn dieser nötig ist. Eine SIM-Karte, um das Auto zum Hotspot zu machen und den Empfang via Aussenantenne zu verbessern sowie Strahlung zu verbannen, kauft der Kunde selbst. Vorteil: das riesige Provider-Angebot. Bei anderen Herstellern ist man oft gebunden, bekommt nicht immer den den günstigsten.

Die Tschechen sind nun da, wo andere seit einiger Zeit sind – nicht mehr, und nicht weniger. Die Skoda Connect-Dienste vereinfachen das Leben, machen teils Spaß und informieren auf Wunsch gezielt über Aktionen, die Skoda-Fahrer interessieren könnten. Und wer das nicht möchte, aktiviert es nie oder bucht nach dem ersten Jahr das Anschlusspaket nicht. Das kostet übliche 60 bis rund 200 Euro pro Jahr. Der E-Call ist immer dabei – kostenfrei.

Daten auf sicherem Server

Um all die Skoda-Dienste in Anspruch zu nehmen, sind vorherige Einverständniserklärungen nötig. Ein Problem, vor allem für viele in Deutschland. Skoda ist sich dessen bewusst und verweist darauf, dass ihre Daten sicher auf einem Server in Ingolstadt liegen, und nicht in den USA. Doch die Frage stellt sich, ob wir nicht unser Pseudo-Datenschutz-Verständnis überdenken sollten? Freiwillig geben wir intimste Infos an Facebook, Instagram, WhatsApp oder Paypal in die Welt und scheren uns nicht darum. Geht es um die Daten im Auto, ist das Geschrei groß.


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