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Teilelektrifiziertes Luxus-SUV Leiser Riese: Der Range Rover als Teilzeit-Stromer

Von Wolfgang Wieland

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Broadway/England. Land Rover schickt den Range Rover an die Steckdose: P400e Plug-in-Hybrid heißt das erste elektrifizierte Modell des britischen Herstellers.

Flüsterleise surrt der Hybride über den betongrauen Estrich der Tiefgarage. Lediglich das Abrollen der Reifen ist zart knisternd zu vernehmen. Vor der 2,6 Tonnen schweren Langversion des neuen Range Rover läuft eine vierköpfige Familie, bepackt mit Einkaufstüten. Sie bemerken nicht, dass sich der fast zwei Meter breite und 1,84 Meter hohe Luxus-SUV nun direkt hinter ihnen befindet. Diese Szenerie erinnert irgendwie an die Jagd in der Savanne, mit Löwen, Tatzen und Gazellen.

P400e Plug-in-Hybrid (PHEV) heißt der erste elektrifizierte Range Rover, der im reinelektrischen EV-Modus ganz ohne Verbrennungsmotor vorankommt. Zumindest für 51 Kilometer und bis maximal 137 km/h. Nach Entleerung der Batterie unterstützt der Vierzylinder-Ingenium-Benzinmotor mit zwei Litern Hubraum und 300 PS den 116 PS starken Elektromotor. Die Kraft der zwei Herzen hat dann eine kombinierte Systemleistung von 404 PS. Hier liegt die Höchstgeschwindigkeit dann bei 220 Stundenkilometern.

Durch klassische Brems-Rekuperation sorgt die intelligente Steuerung des Hybridantriebs für die Speicherung der zurückgewonnenen Energie während der Fahrt. Da kommt vorausschauend gefahren, oder noch besser mit zartem Gasfuß, schnell noch der eine oder andere E-Kilometer hinzu, gerade abschüssige Straßenabschnitte sind da sehr ergiebig. Der Vorteil hier: Man muss den gewonnenen Strom nicht gleich wieder verfeuern, man kann ihn quasi aufbewahren, erst später wieder abrufen, wenn man beispielsweise lokal emissionsfrei durch ein Wohngebiet surren möchte.

Reagiert vorbereitet

Sanft sind die automatischen Schaltvorgänge des Achtgang-Getriebes mit dem kryptischen Kürzel ZF8P75XPH. Die computerisierte Steuerung passt sich dem Fahrstil des Fahrers an und reagiert somit schon vorbereitet und dann in Sekundenbruchteilen auf die gewählte Gaspedalstellung. Das macht sich vor allem im ganz groben Gelände positiv bemerkbar. In diesem Terrain ist der Range Rover ja in seiner Klasse seit fast 50 Jahren ungeschlagener Großmeister. Auch der teilelektrische Brite macht mit seinem Allradantrieb die wildesten Unebenheiten unangestrengt mit, sogar in bis zu 90 Zentimeter tiefes Wasser traut sich der Geländegänger, obwohl sich ja vorn hinterm Kühlergrill die Plug-in-Ladebuchse versteckt.

Purer Luxus herrscht traditionell im Innenraum eines jeden Range Rovers. Wahlweise duftet feinstes Oxford- oder Semi-Anilin-Leder von den 24-fach verstellbaren Nobel-Fauteuils. Walnuss-Holz verwöhnt die Augen und der Dachhimmel, mit Premium-Velours bezogen, muss einfach immer wieder gestreichelt werden. So britisch-elegant geht’s dann wieder zurück in die Tiefgarage, nochmals an ein paar Fußgänger heranstromern.


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