Ihr regionaler Kfz-Markt

Kalt gefahren Mit dem neuen Skoda Karoq 4x4 im Norden Finnlands

Von Michael Blumenstein

Meine Nachrichten

Um das Thema kfz-welt Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Rovaniemi. Minus 20 Grad Celsius, knirschender Schnee, blauer Himmel. Finnlands Norden meint es gut mit uns und dem neuen Skoda Karoq 4x4.

Karoq? Der Name stammt von den Ureinwohnern der Kodiak-Inseln Alsakas und ist nach dem, Achtung: Kodiaq, das zweite SUV von Skoda. Zugleich ist das Kompakt-SUV Karoq der Zwillingsbruder des Seat Ateca und der Nachfolger des fast schon legendären Skoda Yeti. Dieser war das Ideal vieler Familien, Kurz-SUV-Fans und Van-Freunde mit Hang zum Abenteuer. Hatte er doch viel Platz, war praktisch und robust. Schön? Ne, schön war er nicht; eher ein Statement.

Der 4,38 Meter lange Karoq ist eindeutig gefälliger, oder gar beliebiger – und sieht zudem seinem großen Bruder Kodiaq (4,70 Meter) zum Verwechseln ähnlich. Manche nennen das Marken-DNA. Die ist auch im Innenraum erkennbar. Die Sitze sehen nicht nur gut und bequem aus. Die Bedienlogik ist einfach, die verarbeiteten Materialien könnten beinahe als fein bezeichnet werden und auch technisch spielt der Karoq in der ersten Liga. Sei es bei Assistenzsystemen, LED-Licht, Schalt- und Siebengang-Doppelkupplungs-Getriebe oder bei den Motoren. Sitzheizung für vier Personen kann ebenso geordert werden wie ein Panorama-Schiebedach und Soundsystem. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Und die Preise sind bezahlbar. Wenngleich bezahlbar relativ ist.

Denn der günstigste Allrad-Karoq, den wir auch in Lappland fahren konnten, kostet in jedem Fall 31290 Euro. Das ist erst einmal ein Wort. Karoq Ambition 2.0 TDI 150 PS 4x4 wurde er benannt und stellt momentan die einzige Möglichkeit dar, Karoq mit 4WD zu verbandeln. 36 Prozent der Kunden tun sich diese Zwangskombination an, was kein Fehler ist. Zum Sommer wird ein 190-PS-TDI folgen. Ob’s den braucht, muss jeder selbst entscheiden.

Sauber und gleichmäßig zieht der Zweiliter von unten raus und hängt auch oben rum agil am Gasfuß. Der Motor nagelt ruhig und gelassen, erst ab 4000 Touren wird’s laut. Die sechs Gänge rasten nach VW-Manier akkurat ein und passen zur Kraft des Tschechen. 340 Newtonmeter Drehmoment reichen, um die rund 1,6 Tonnen Lebendgewicht ordentlich voran zu treiben. Und mit einem Normverbrauch von 5,0 Litern bei federleichtem Gasfuß ist er angemessen sparsam.

Der Allradantrieb bringt ein Zusatzgewicht von gut 80 Kilogramm mit sich und arbeitet – wie alle Skoda 4x4-Systeme – nach dem Haldex-Prinzip mit Mehrscheibenkupplungen. Diese werden elektronisch angesteuert und können die Hinterachse mit maximal 50 Prozent der Antriebskraft versorgen – mehr klappt technisch nicht. Das reicht jedoch in der Regel, um aus brenzligen Situationen rauszukommen.

Freilich kann dieses System lediglich Kraft an den einzelnen Rädern wegnehmen und nicht hinzutun, wie es bei mechanischen Torque-Vectoring-Systemen funktioniert. Die elektronische Differenzialsperre des Karoq bremst durchdrehende Räder sanft ab. Das reicht meistens auch.

Beim Fahren auf Schnee und Eis beweist der Karoq stets Gelassenheit und zieht souverän die anvisierte Bahn. Die Einstellung „ESC-Sport“ erlaubt mehr Schlupf, sowohl in Längs- als auch in Querrichtung. Sie hilft manches Mal beim sanften Offroaden oder am verschneiten Hausberg; und nicht zuletzt steigert es den Spaß auf abgesperrten Strecken wie hier im Norden Finnlands.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN