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Sportliche Version Opel Isnignia GS: Racer-Renaissance in Rüsselsheim

Von Frank Wald

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Avignon. Der Opel GSi ist wieder da. Mit den drei sportlichen Buchstaben erinnern die Rüsselsheimer an bessere Zeiten, als ein Kadett GSi in den 1980er-Jahren noch ein ernstzunehmender Golf-GTI-Gegner war.

Die Renaissance der „Racer für den Alltag“ startet mit dem neuen Topmodell des Opel-Flaggschiffs Insignia, als Limousine Grandsport GSi und Kombi Sportstourer GSi sowie mit Benzin- oder Dieselmotor.

Wobei Opel nicht den Eindruck aufkommen lassen will, es handele sich beim neuen Spitzenmodell der Baureihe nur um eine weitere Ausstattungsvariante, wo doch die Motoren gute alte Bekannte sind. Denn sowohl der 2,0-Liter-Turbobenziner mit 260 PS als auch sein Diesel-Pendant gleichen Hubraums, der zweifach aufgeladen bis 210 PS Leistung auf die Straße bringt, existieren ja bereits im konventionellen Insignia-Angebot. Damit daraus GSi-Modelle werden, wurden sie vom Tuning-Team um Volker Strycek, Direktor Opel Performance Cars, auf maximale Sportlichkeit getrimmt. „Das wichtigste Ziel für uns war der bestmögliche Grip und messerscharfe Präzision“, sagt der ehemalige DTM-Champion.

Dazu gehörten, neben den speziell von Michelin entwickelten Sportreifen Pilot Sport S auf 20-Zoll-Alurädern, weniger Gewicht, ein tieferer Schwerpunkt sowie ein gekonnt harmonisch abgestimmtes Fahrwerk mit dreifach individuell einstellbaren Dämpfern. Je nach gedrücktem Modi Standard, Tour oder Sport reagieren damit Lenkung, Gasannahme und Schaltpunkte der serienmäßigen 8-Stufen-Automatik sanfter oder direkter. Doch selbst im Sport-Modus federt der knapp 1,7-Tonnen schwere Insignia Grand Sport GSi noch angenehm und bleibt im Tour-Modus dynamisch genug, um ohne große Wankbewegungen durch die Kurven zu schnellen. Unterstützt wird er dabei von einem sportlich abgestimmten Allradantrieb mit Torque-Vectoring-Funktion, der selbst auf rutschigem oder nassen Terrain für genaues und sicheres Einlenken sowie vertrauensbildende Traktion sorgt. Zusammen mit den durchzugsstarken Turbomotoren präsentieren sich damit Limousine wie Kombi als alltagstaugliche Kurvenkünstler.

Sportlicher Spaß

Wobei der Benziner hier im direkten Vergleich zur Dieselversion ein wenig schwächelt. Mit üppigen 400 Newtonmeter besitzt der 2.0 Direct Injection Turbo zwar einen kräftigen Punch, den er allerdings deutlich später auspackt als der 2.0 BiTurbo-Diesel, der noch mal 80 Nm mehr schon ab 1500 Umdrehungen, also quasi aus dem Standgas heraus, bereitstellt. Dafür ist die Limousine mit Turbobenziner in bestenfalls 7,3 Sekunden – gut eine halbe Sekunde schneller – auf Tempo 100. Kaum weniger sportlich sind die Normverbräuche: mit 8,6 Liter Benzin (197 g/km CO2) und 7,3 Liter Diesel (192 g/km CO2) im Schnitt genehmigen sich beide Antriebsarten schon auf dem Prüfstand einen großen Schluck aus der Pulle. Auf der Straße kommen, insbesondere bei beschriebener und gewünschter Handhabung, kommen gerne zwei bis drei Liter hinzu.

Doch der sportliche Spaß ist ohnehin nicht ganz billig. Die Limousine Insignia Grand Sport mit Dieselmotor kostet mindestens 45595 Euro, der Benziner ist nicht unter 47800 Euro zu haben. Für die Kombi-Versionen kommt jeweils ein Tausender drauf. Dafür gibt es allerdings LED-Matrixlicht, Navigationssystem mit 8-Zoll Touch-Screen sowie Sitzheizung vorn und hinten in Serie. Außerdem die eigens von Opel entwickelten und hergestellten Integralsitze mit AGR-Zertifizierung. Weniger giftig fiel dagegen die äußere Erscheinung des sportlichen Opel-Flaggschiffs aus: Zehn Millimeter tiefer gelegt, leicht geänderte Stoßfänger vorn und hinten sowie chromumrandete Lufteinlässe und Auspufföffnungen – das wars. Da machte der Kadett GSi irgendwie mehr her. Doch schaumermal: Für den Sommer brummelt bereits ein Corsa GSi in den Startlöchern.


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