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Coupé-Version des X1 Lücke zu: Im Zeichen der Coupé-Klassiker

Von Frank Wald

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Die Coupé-Version des X1. Foto: Fabian KirchbauerDie Coupé-Version des X1. Foto: Fabian Kirchbauer

Lissabon. BMW schließt die X-Lücke. Mit dem X2 rollt am 17. März die Coupé-Version des X1 ins Autohaus. Wie X4 und X6 betont der kompakte Crossover die sportliche Seite des SUV-Fahrens.

Dem Crossover-Trend folgend, in dem SUV, Kombi, Schrägheck und Coupés munter zu allerlei Mischformen gekreuzt werden, ist auch der BMW X2 weniger Geländegänger als Gleiter. Ohnehin würde er mit seinen 18 Zentimeter Bodenfreiheit in tieferen Ackerfurchen stecken bleiben, zumal in den Basisversionen nicht mal Allradantrieb an Bord ist. Was beim Technik-Zwilling X1 aber auch nicht anders ist.

Dagegen springen die optischen Unterschiede zum braven Baureihen-Bruder sofort ins Auge. Neben dem coupétypisch stärker abfallenden Heck und der flacheren Fenstergrafik fällt vor allem die Front mit der auf den Kopf gedrehten BMW-Niere auf. Der Outdoor-Look wird durch quadratisch anmutende Radlaufblenden, angedeutete Seitenschweller sowie Stoßfängerverkleidungen gesetzt. Als sportliches Ausrufezeichen trägt der X2 außerdem ein zusätzliches BMW-Emblem auf der C-Säule, mit dem er sich in die Riege der BMW Coupé-Klassiker 2000 CS und 3.0 CSL einreihen soll.

Doch es gibt auch handfeste Unterschiede. Mit 4,36 Meter ist der Viertürer acht Zentimeter kürzer als sein Plattform-Pate. Der Radstand bleibt bei 2,67 Metern, wodurch das Platzangebot des kleinsten X-BMW ebenso großzügig und komfortabel ausfällt. Selbst auf der Rückbank sitzen zwei Menschen sehr kommod, zu dritt wird es jedoch „kuschelig“. Auch der Platz fürs Gepäck reicht dann nicht mehr. Der Kofferraum schrumpft um 35 auf 470 Liter, bei umgeklappter Rückbank sind es 1355 Liter.

Cockpit und Innenraum glänzen BMW-typisch mit qualitativ hochwertigen und topverarbeiteten Materialien sowie intuitivem Bedienkomfort – zumindest, wenn man die erstmals verfügbare Topausstattung M Sport X (ab 40450 Euro) gewählt hat. Hier versüßen Achtgang-Automatik, LED-Scheinwerfer, Stoff-Alcantara-Sportsitze, großflächige Displays auf der Mittelkonsole sowie zahlreiche Hochglanzblenden und Lichtleisten den Fahrkomfort. Die Grundausstattung (ab 34050 Euro) fährt spartanischer mit 17-Zoll-Leichtmetallrädern, Klimaanlage, Multifunktions-Lederlenkrad, 6,5-Zoll-Farbbildschirm sowie Regen- und Lichtsensoren vor. Moderne Assistenzsysteme gibt es auch, kosten aber bis auf wenige Ausnahmen immer Aufpreis.

Motoren und Technik übernimmt der X2 ebenso vom Modellreihen-Bruder. Zunächst verfügbar sind der Benziner sDrive20i mit 192 PS und 7-Gang-Doppelkupplung sowie die Diesel xDrive20d mit 190 PS und xDrive25d mit 231 PS. Beide Selbstzünder sind serienmäßig mit Allradantrieb und 8-Gang-Automatik ausgestattet. Im Frühjahr sollen die Basismodelle folgen, bei den Benzinern der Dreizylinder sDrive18i mit 140 PS und die Allradvariante xDrive20i, bei den Dieseln der sDrive 18d und xDrive 18d mit je 150 PS.

Für einen ersten Probelauf hatte BMW den xDrive 20d in der Topausstattung dabei. Der bärenstarke Selbstzünder hat mit 400 Nm Drehmoment leichtes Spiel mit dem 1,6 Tonnen schweren X2. Ein Gedicht ist die Achtgang-Automatik, die schnell und geräuschlos die Kraft auf beide Achsen verteilt. So schnellt der X2 aus dem Stand in 7,7 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Spitze von 221 km/h. Auch die Lenkung ist sportlich getrimmt und zeigt mit ihrer direkten und präzisen Rückkopplung einmal mehr, dass das geflügelte Marketing-Credo der Münchener ebenso für die höher aufragenden Coupés gilt. Wenn dann noch der Normverbrauch halbwegs stimmt, umso besser. Auf die bestenfalls angegebenen 4,6 Liter (121 g/km CO2) mussten wir nach unseren knapp 80 Kilometern über Autobahn, Landstraße und durch die Stadt gut zwei Liter drauf rechnen – des passt scho!


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