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Zweite Generation Ein Koloss mit Klasse ‒ der Renault Koleos

Von Lothar Hausfeld


Osnabrück. Der Koleos der ersten Generation war nicht eben ein Erfolg für Renault: Spät, zu spät reagierten die Franzosen auf den SUV-Boom, der in Südkorea gebaute Koleos wirkte unförmig und unfertig. Die zweite Generation macht seit rund einem halben Jahr vieles besser. Im Test: der 175 PS starke Allradler mit Automatik und der Top-Ausstattung „Initiale Paris“.

Grauer Alltag: Verschwunden sind die Glubschaugen des Vorgängers, die Frontpartie erinnert an den Espace, wirkt edel und genügt auch höheren Designansprüchen. Auch im Innenraum verströmt der Koleos den Duft eines begehrenswerten Premium-Modells. Großer, hochstehender Touchscreen, Nappaledersitze, Klavierlack und Chrom, all das weiß zu gefallen. Allerdings gibt es auch ein paar weniger schöne Hartplastik-Stellen, die Sitze knarzen in mancher Kurve. Bose-Sound sorgt für gute Unterhaltung, vier Erwachsene reisen auch mit großem Gepäck bequem und ohne Platzangst.

Ins Blaue fahren: Der 177 PS starke Dieselmotor ist, ebenso wie das Fahrwerk, für den komfortorientierten Fahrer gedacht. Wer im Geschwindigkeitsbereich bis rund 130 km/h bleibt, der erfreut sich an einer geringen Geräuschentwicklung und bekommt nur sehr wenig von schlechten Straßenverhältnissen mit. Beim Tritt aufs Gaspedal schluckt das CVT-Getriebe gefühlt den Großteil des Drehmoments, produziert erst einmal Drehzahlen und dann Leistung – daran gewöhnt man sich aber, auch weil das Getriebe ansonsten so gut wie nicht wahrnehmbar arbeitet und gut zum komfortablen Koloss mit Klasse passt.

Grüne Welle: Das eco2-System überprüft permanent den Fahrstil des Piloten hinsichtlich der Umweltverträglichkeit, vergibt Punkte für einen grünen Fahrstil. Cholerisch veranlagte Menschen sind am Steuer des Koleos eher nicht gefragt, wer aber über eine gesunde Portion Grundentspanntheit verfügt, schafft weniger als sieben Liter auf 100 Kilometern.

Rosa Brille: Der Koleos ist ein enger Verwandter des Nissan X-Trail, Renault verzichtet aber zugunsten eines eigenständigen Auftritts weitestgehend darauf, Bauteile des Kooperationspartners zu übernehmen. Baugleiche Modelle gibt es auch schon wirklich mehr als genug.

Rotes Tuch: Breite Säulen, kleine Fenster, große Kopfstützen – die Rundumsicht ist eher mäßig.

Schwarz auf weiß: Der günstigste Koleos (130 PS) kostet 30900 Euro; mit 177 PS geht es bei 35150 Euro los. Die Topversion „Initiale Paris“ bietet für 44500 Euro fast alles, was Renault so anbietet.