Osnabrücker reisten extra in die USA Totale Sonnenfinsternis unter Idealbedingungen beobachtet

Von Waltraud Messmann


Osnabrück. Das hat sich gelohnt! Die Osnabrücker Expeditionsteilnehmer, die zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis in die USA gereist sind, haben das Spektakel am Himmel unter idealsten Bedingungen ohne eine Wolke am Himmel beobachten können. Die Tiere seien verstummt und die Menschen seien wie in der Abenddämmerung von Mücken gestochen worden, berichtet Expeditionsleiter Andreas Hänel in einer Mail an unsere Redaktion.

Hier der Bericht des Leiters des Planetariums am Schölerberg Andreas Hänel im Wortlaut:

„Wir brachen teils um Mitternacht oder um 3 Uhr auf, um rechtzeitig und möglichst ohne Stau, die ja angekündigt waren, zu unserem geplanten Beobachtungsort zu gelangen. So konnten wir die Sonnenfinsternis in einer entlegenen Region des US-Bundesstaates Idaho bei den zwei Vulkankegeln Menan Buttes unter idealsten Bedingungen ohne eine Wolke am Himmel beobachten. Die unterschiedlichen Grundstückseigentümer hatten sich zusammen getan, um einigen tausend Menschen dort die Beobachtung zu ermöglichen.

Auf dem Kraterrand

Unser Osnabrücker Gruppe wurde eine etwas abgelegene Fläche zur Verfügung gestellt, sodass wir ungestört Messungen machen konnten. Einige unserer Teammitglieder stiegen wie die meisten der Besucher auf den etwa 100 Meter höher Kraterrand, um von dort auch das Herannahen des Mondschattens beobachten zu können.

Etwa eine halbe Stunde vor Beginn der Totalität nahm die Umwelt bereits eine eigentümliche Farbe an, es wurde immer dunkler, bis es mit dem zweiten Kontakte schlagartig dunkler wurde. Einige Planeten und helle Sterne wurden sichtbar und die Sonne zeigte ihren prächtigen Strahlenkranz, die Millionen Grad heiße Korona, die nur bei einer totalen Sonnenfinsternis sichtbar wird.

Lesen Sie hier: Totale Sonnenfinsternis begeistert Amerika

Tiere verstummten, wie in der Abenddämmerung wurden wir von Mücken gestochen. Die Temperatur ging merklich zurück, während die Luftfeuchtigkeit zunahm. Fotos wurden gemacht, Messungen der Helligkeit, Temperatur und Luftfeuchtigkeit konnten gemacht werden, müssen aber noch ausgewertet werden.

Überall brauste Jubel auf

Dann plötzlich tauchte wieder die grell leuchtende Sonnensichel auf und es mussten wieder die Sonnenfinsternisbrillen aufgesetzt werden. Überall brauste Jubel auf, ein seltenes und eindrucksvolles Naturschauspiel war zu Ende.

Eine geplante Live-Übertragung war in der abgelegenen Gegend nicht möglich, da das Mobilfunknetz überlastet war und in der nahen Stadt Rexburg war selbst in einem Fastfood-Restaurant keine stabile WLAN-Verbindung möglich.

Auf der Rückreise standen wir dann doch noch in einem Stau, der uns demonstriert, dass offenbar Millionen Amerikaner in die schmale Totalitätszone gereist waren. Und in der Osnabrücker Gruppe kam schon die Sehnsucht zur nächsten „SoFi“ auf.“

Weitere Bilder, Eindrücke und Ergebnisse veröffentlicht das Expeditionsteam nach und nach auf seinem SoFi-Blog.


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