Naturschauspiel in den USA Wissenswertes zur totalen Sonnenfinsternis

Von dpa

Die undatierte Illustration zeigt die stilisierte Darstellung einer Sonnenfinsternis mit dem Kernschatten in Nordamerika. Foto: NASA/dpaDie undatierte Illustration zeigt die stilisierte Darstellung einer Sonnenfinsternis mit dem Kernschatten in Nordamerika. Foto: NASA/dpa

Washington. Der Countdown läuft. Millionen US-Amerikaner fiebern 21. August entgegen, an dem sich die Sonne verdunkelt. Bis zur nächsten totalen Sonnenfinsternis hierzulande wird es noch 64 Jahre dauern. Wissenswertes zu einem seltenen Naturschauspiel.

Paco Rabanne (83), Esoteriker und Modeschöpfer, sagte den Franzosen vor 18 Jahren die Katastrophe voraus: Am 11. August 1999, dem Tag der totalen Sonnenfinsternis über Europa, werde die russische Raumstation „Mir“ unter der „Schwarzen Sonne“ abstürzen und mehrere Städte zerstören. Bekanntlich kam es nicht dazu. Wissenschaftler hingegen können ziemlich genau prognostizieren, was bei einer Sonnenfinsternis geschieht.

Wie kommt es zu einer totalen Sonnenfinsternis?

Sie entsteht, wenn sich der Mond zwischen Erde und Sonne schiebt und diese vollständig verdeckt - zu beobachten ist das nur bei Neumond, wenn sich Erde, Mond und Sonne auf einer geraden Linie befinden. Am helllichten Tag wird es für einige Minuten dunkel, am Himmel sind Sterne zu sehen. Nur in einem schmalen Streifen auf der Erdoberfläche, maximal 270 Kilometer breit, wird die totale Sonnenfinsternis sichtbar - dort, wo der Kernschatten des Mondes auf unseren Planeten fällt. Wer sich in seinem Halbschatten aufhält, kann eine partielle Finsternis erleben, der Mond macht dann nur einen Teil der Sonne unsichtbar.

Warum passiert das nicht jeden Monat?

Weil die Mondbahn leicht gegen die Erdbahn geneigt ist. Dadurch wandert der Neumond von der Erde aus gesehen meist ober- oder unterhalb der Sonne vorbei. Aber nur, wenn Sonne, Mond und Erde genau in einer Reihe stehen, wirft der Mond seinen Schatten auf die Erde. Nur dann erleben wir eine Sonnenfinsternis.

Aber die Sonne ist doch viel größer als der Mond, oder nicht?

Stimmt, sie ist etwa 400 Mal so groß wie der Mond - aber auch rund 400 Mal so weit von der Erde entfernt. Deshalb scheinen für uns beide etwa gleich groß zu sein.

Wo ist die totale Sonnenfinsternis am 21. August sichtbar?

Sie wird in 14 US-Bundesstaaten zu sehen sein - von Oregon im Westen bis nach South Carolina an der Ostküste. In Teilen Europas, Afrikas und Südamerikas ist sie als partielle Finsternis zu erleben.

Wie lange ist die totale Finsternis sichtbar?

In den einzelnen US-Regionen ist die totale Sonnenfinsternis maximal zwei Minuten und 40 Sekunden zu sehen. Eine Finsternis kann abhängig von der Lage aber auch bis zu siebeneinhalb Minuten zu sehen sein. Bis zu sechs Minuten und 39 Sekunden dauerte zum Beispiel die totale Finsternis am 22. Juli 2009 über China und dem Westpazifik. Einfluss auf die Dauer haben unter anderem die scheinbaren Durchmesser von Mond und Sonne abhängig von der Erdnähe des Mondes und der Sonnennähe der Erde auf ihren jeweiligen Umlaufbahnen.

Warum ist eine totale Finsternis etwas Besonderes?

Weil es kaum vorkommt, dass ein Mensch das Phänomen mehrfach am selben Ort erleben kann. Hierzulande war eine totale Sonnenfinsternis zuletzt am 11. August 1999 in Süddeutschland zu sehen. Die nächste in unseren Breiten erwarten die Astronomen erst am 3. September 2081. Schon am 2. Juli 2019 wird es zwar die nächste totale Finsternis auf der Erde geben - sichtbar ist sie allerdings nur im Pazifik-Raum und in einigen Städten Chiles und Argentiniens.

Wo in Europa kann man am 21. August etwas von dem Phänomen mitbekommen?

Ganz im Westen. In Portugal, Spanien, Westfrankreich und Großbritannien ist das Ereignis als partielle Finsternis zu erleben - in Lissabon zum Beispiel zwischen 19.46 Uhr und 21.03 Uhr, wo dann knapp ein Fünftel der Sonne verdeckt sein wird. Auch wer am 21. August kurz vor Sonnenuntergang auf Borkum sein sollte, kann einen klitzekleinen Eindruck mitnehmen: Für eine knappe halbe Stunde bedeckt der Mond dort immerhin noch 1,2 Prozent unseres Heimatsterns. (Weiterlesen: Sonne, Mond und Sterne im August 2017)


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