Ortsnähe nur vorgetäuscht Schlüsseldienste & Co: Bundesnetzagentur schaltet 52.000 Nummern ab

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Die Tür ist zu, der Schlüssel steckt drinnen: Wer einen Schlüsseldienst rufen muss, sollte ortsansässige Firmen vorziehen. Das spart Anfahrtskosten.Foto: Kai Remmers/dpaDie Tür ist zu, der Schlüssel steckt drinnen: Wer einen Schlüsseldienst rufen muss, sollte ortsansässige Firmen vorziehen. Das spart Anfahrtskosten.Foto: Kai Remmers/dpa

dpa/wam Berlin. Die Haustür fällt zu? Rohrleitungen sind verstopft oder die Heizung defekt? Dann rufen Betroffene oft einen Notdienst. Doch das kann teuer werden, besonders wenn hohe Anfahrtskosten für überregionale Unternehmen hinzukommen. Die Bundesnetzagentur hat nun 52 000 Rufnummern abschalten lassen, mit denen Firmen wie Schlüsseldienste eine Ortsnähe nur vorgetäuscht haben.

Tatsächlich wurden Anrufe aber zu einer Zentrale weitergeleitet. „Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass eine Telefonnummer im eigenen Vorwahlbereich zu einem Unternehmen vor Ort führt“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur zur Begründung. „Wir werden auch weiterhin entschieden gegen Unternehmen vorgehen, die Ortsansässigkeit vortäuschen.“Betroffen sind fast alle der 5.200 Ortsnetzbereiche in Deutschland.

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Die 52.000 Ortsnetzrufnummern hatte ein Netzbetreiber einem Wiederverkäufer überlassen. Der Wiederverkäufer teilte Unternehmen Nummern zu, die in den betreffenden Ortsnetzbereichen weder einen Anschluss noch einen Betriebssitz hatten. Bei den Unternehmen handelte es sich insbesondere um Umzugs- und Entrümpelungsunternehmen sowie Schlüsseldienste, die in ihrer Werbung mit der Rufnummer eine örtliche Nähe vorgetäuscht haben.

Es folgen Fragen und Antworten zum Umgang mit solchen schwarzen Schafen:

Wie kann ich sicherstellen, dass ich nur die Fahrtkosten zum angerufenen örtlichen Schlüsseldienst bezahlen muss? Wer einen Notdienst beauftragt, sollte bereits beim Anruf nicht nur nach dem genauen Preis fragen, sondern auch darauf bestehen, einen ortsansässigen Dienst zu erhalten. Hier ist gut zu wissen: Wer einen Anbieter unter der eigenen örtlichen Vorwahl erreicht, muss auch nur die Kosten für An- und Abfahrt innerhalb der Ortsgrenzen zahlen, erläutern die Verbraucherzentralen. Auch bei der Internetsuche sollte man auf lokale Anbieter achten: Sie finden sich häufig eher im unteren Teil der Trefferliste. Denn teils kauften sich Unternehmen einen Anzeigenplatz und erscheinen bei der Suche daher weit oben. Nach unten zu scrollen, kann sich lohnen.

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Was gilt bei der Preisverhandlung? Am besten wird ein Komplettpreis schon vor der Auftragsvergabe am Telefon vereinbart, im Beisein von Zeugen. Dazu muss der Betroffene allerdings die Situation vor Ort auch dem Dienstleister genau schildern, damit der den Preis möglichst konkret kalkulieren kann.

Was, wenn der Handwerker an der Tür dann plötzlich mehr verlangt? Trifft man vor Ort auf den Handwerker-Notdienst, unterschreibt man besser erst mal nicht ungeprüft ein vorgefertigtes Auftragsformular, sondern streicht nicht vereinbarte oder gewünschte Passagen, erklären die Verbraucherschützer. Es sollte zum Beispiel bei einem Schlüsseldienst festgelegt werden, dass nur die verschlossene Tür geöffnet wird, aber der Handwerker kein Schloss austauschen soll. Das ist nach Ansicht der Experten in den meisten Fällen nicht nötig. Übt der Handwerker Druck aus, am besten die Polizei rufen. Nötigung ist strafbar.

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Was, wenn der Schlüsseldienst extra Gebühren einfordert? Gebühren für die Bearbeitung oder Buchung, wenn der Verbraucher nicht die Rechnung sofort in bar bezahlt, sind laut einem Gerichtsurteil unzulässig (Landgericht Bremen, Az.: 1 O 725/96). Gleiches gilt für Zuschläge innerhalb der üblichen Arbeitszeiten oder Forderungen wie Sofort- oder Bereitstellungszuschläge und Kosten für Spezialwerkzeug (Amtsgericht Frankfurt am Main, Az.: 31 C 63/98-44).


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