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Termine und Ablauf der Wahl Fragen und Antworten zur Landtagswahl 2017 in Niedersachsen

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Am 15. Oktober 2017 werden die Niedersachsen wieder an die Wahlurne gebeten: Es geht darum, wie der Landtag besetzt wird. Symbolfoto: Peter Steffen/dpaAm 15. Oktober 2017 werden die Niedersachsen wieder an die Wahlurne gebeten: Es geht darum, wie der Landtag besetzt wird. Symbolfoto: Peter Steffen/dpa

Osnabrück. Am 15. Oktober 2017 wählen die Niedersachsen einen neuen Landtag. Was heißt das überhaupt? Wer darf wählen und wie setzt sich das neue Parlament zusammen? Fragen und Antworten zur Landtagswahl 2017 in Niedersachsen.

137 Plätze sind zu vergeben: Am Sonntag, 15. Oktober 2017, wird in Niedersachsen ein neuer Landtag gewählt. Worum es dabei geht, wer wahlberechtigt ist und wie die Sitze verteilt werden, haben wir hier zusammengefasst.

Landtagswahl 2017: Was ist das?

Bei der Landtagswahl stimmen die Niedersachsen darüber ab, welche Politiker ihre Interessen im Landtag vertreten dürfen. Das Parlament des Bundeslandes wird alle fünf Jahre neu gewählt. Zu seinen Aufgaben gehört es, Gesetze zu verabschieden, den Haushalt zu beschließen und den Ministerpräsidenten zu wählen. Insofern hat die Wahlentscheidung der Bürger auch Einfluss darauf, wer das höchste Amt des Landes besetzt. Zuletzt hat SPD-Politiker Stephan Weil die Regierungsgeschäfte geleitet.

Landtagswahl 2017: Wer darf wählen?

Anders als in anderen Bundesländern liegt das Wahlalter bei Landtagswahlen in Niedersachsen bei 18 Jahren. Wahlberechtigt ist, wer dieses Alter erreicht, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und seit mindestens drei Monaten in Niedersachsen wohnt. Rechtzeitig vor der Wahl bekommen alle Berechtigten eine Wahlbenachrichtigung per Post zugeschickt. Zwischen Anfang und Mitte September bekommen so etwa 6,1 Millionen Niedersachsen Post vom Landeswahlleiter.

Landtagswahl 2017: Wann wird gewählt?

Die Niedersachsen wählen ihr neues Parlament am Sonntag den 15. Oktober 2017. Die Wahllokale haben von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wer an dem Tag im Urlaub ist oder aus einem anderen Grund nicht zur Abstimmung kommen kann, kann Briefwahlunterlagen anfordern. Das geht zum Beispiel mit dem amtlichen Vordruck auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung, per Brief oder Email, aber auch persönlich beim Wahlamt. Die Unterlagen werden dann per Post zugestellt oder persönlich übergeben. Der ausgefüllte Stimmzettel muss spätestens um 18 Uhr am Tag der Wahl bei der zuständigen Auszählungsstelle ankommen.

Landtagswahl 2017: Wie werden die Sitze im Parlament verteilt?

Niedersachsen wird für die Wahl in 87 sogenannte Wahlkreise eingeteilt. Jeder einzelne schickt den Kandidaten mit den meisten Erststimmen mit einem Direktmandat in den Landtag. Alle anderen Bewerber gehen leer aus. Außerdem werden mindestens 48 weitere Plätze über die Zweitstimmen vergeben. Diese werden nach der Wahl zusammengezählt und es wird errechnet, wie viel Prozent der Stimmen die einzelnen Parteien bekommen haben. Anhand dieses Prozentsatzes dürfen die Parteien die freien Plätze im Landtag besetzen.

Landtagswahl 2017: Die Ergebnisse vom letzten Mal

Zuletzt wurde der niedersächsische Landtag im Januar 2013 gewählt. Damals war das Ergebnis zwischen den stärksten Parteien sehr knapp: Die CDU bekam 36 Prozent der Stimmen, die SPD 32,6 Prozent. Als Wahlsieger wurde Stephan Weil, Spitzenkandidat und Landesvorsitzender der SPD, mit der Bildung einer Regierung beauftragt. Er schloss eine Koalition mit den Grünen, die bei der Wahl 13,7 Prozent erreicht hatte. Zusammen hatten Rot und Grün eine Mehrheit im Landtag. Die CDU ging leer aus und bildet seit dem zusammen mit der FDP, die mit 9,9 Prozent den Einzug ins Parlament schaffte, die Opposition.

Landtagswahl 2017: Fünf Fakten

Wir haben fünf Fakten zur Landtagswahl in Niedersachsen 2017 zusammengestellt:

  • Die meisten Niedersachsen gingen 1974 wählen: Damals lag die Beteiligung bei 84,4 Prozent. Der Tiefststand wurde 2008 mit 57,1 Prozent Wahlbeteiligung erreicht.
  • Der niedersächsische Landtag hat seinen Sitz im Leineschloss in Hannover. Auf dem Gelände stand bereits 1291 ein Kloster der Minoriten. 1637 wurde es von Herzog Georg von Braunschweig und Lüneburg-Calenberg zum Schloss ausgebaut.
  • Die beiden dienstältesten Abgeordneten im niedersächsischen Landtag sind aktuell Uwe Schwarz von der SPD und von der Karl-Heinz Klare von der CDU. Beide wurden 1986 zum ersten mal gewählt und sitzen somit am Ende der 17. Wahlperiode seit 32 Jahren im Landtag.
  • Der Posten als niedersächsischer Ministerpräsident war für viele Politiker ein Karrieresprungbrett: Gerhard Schröder, Ministerpräsident von 1990 bis 1998, wurde direkt im Anschluss Bundeskanzler. Das hat Sigmar Gabriel nicht geschafft, der niedersächsische Ministerpräsident von 1999-2003 war seit dem aber Vizekanzler, Wirtschafts- und Außenminister. Christian Wulff, Ministerpräsident von 2003-2010, erreichte das höchste Amt des Staates und wurde Bundespräsident – wenn auch nur kurz.
  • Die Landtagswahl in Niedersachsen 2017 ist die erste nach der Bundestagswahl im Herbst 2017. Im Jahr 2018 wählen Schleswig-Holstein (Kreistage, Stadtvertretungen, Gemeindevertretungen), Hessen (Landtag) und Bayern (Landtag, Bezirkstage). Die nächste deutschlandweite Wahl ist im Januar 2019 die Wahl des Europäischen Parlaments.


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