Was macht den Unterschied? Griechischer Joghurt oder Joghurt nach griechischer Art?

Von Elke Schröder

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Hergestellt in Deutschland: Beispiel für einen Naturjoghurt nach griechischer Art. 

            

              
                Foto: E. SchröderHergestellt in Deutschland: Beispiel für einen Naturjoghurt nach griechischer Art. Foto: E. Schröder

Osnabrück. Seit einiger Zeit ist er auch im Kühlregal deutscher Supermärkte zu finden: Joghurt nach griechischer Art. Doch was ist der Unterschied zum griechischen Joghurt?

Wer Urlaub im Ausland macht, kann auch so manche kulinarische Entdeckung machen. Wenn möglich, nimmt man sie dann als Mitbringsel mit, in der Hoffnung, das Feriengefühl noch zu konservieren. Das gilt ebenso für die Freude, wenn man im heimischen Lebensmittelmarkt plötzlich eine Spezialität aus dem Urlaubsland im Regal entdeckt.

Geeignet als Dessert, für Dips, Müsli und Tsatsiki

Das trifft auch für den griechischen Joghurt zu, vor Ort gern als Dessert mit Honig oder Nüssen genossen, der seit ein paar Jahren hierzulande in den Kühlregalen von diversen Herstellern angeboten wird. Er eignet sich auch für Dips, Müsli und Tsatsiki.

Dass er nicht ganz so fest und cremig schmeckt wie in Griechenland, hat einen Grund: Er wird in deutschen Molkereien nach einem anderen Verfahren, in dem zudem weniger Milch benötigt wird, hergestellt. Aufgrund der geschützten Herkunftsbezeichnung heißt er hierzulande „Joghurt nach griechischer Art“ und nicht griechischer Joghurt.

Die Zusammensetzung und Nährwert könnten sich deshalb von Produkt zu Produkt unterscheiden, erklärt Heidrun Schubert, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Für die Herstellung werden Kuh- oder anderen Milcharten genutzt.

Traditionell aus Schafsmilch

Das hellenische Original wird traditionell aus Schafsmilch gewonnen. Warum der griechische Joghurt besonders fest und cremig ist, liegt am Herstellungsprozess, über den Ernährungsexpertin Schubert , sagt: „Im Gegensatz zu herkömmlichem Joghurt wird beim griechischen Joghurt die Molke länger abgetropft.“ So erhöht sich der Fettgehalt auf bis zu 10 Prozent. Zudem hat er einen hohen Eiweißgehalt.

Begonnen hat der Trend zum griechischen Joghurt außerhalb des Herkunftslandes bereits 2007 in Amerika, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete, dort enthält meist er jedoch gar kein Fett.

Kurioserweise schmecken kulinarische Mitbringsel nie genauso wie im Urlaub und Nachahmerprodukte – eher Trostpflaster – sowieso nicht, offenbar haben auch konservierte Feriengefühle ein Haltbarkeitsdatum. Bleibt also nur, die Erinnerung sobald wie möglich vor Ort wieder aufzufrischen.


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