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Massenhaft Magen-Darm Immer mehr britische Urlauber holen sich durch Betrug Geld zurück

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Immer mehr britische Urlauber klagen nach der Reise Entschädigungen ein. Voregschoben worden oft Magen-Darm Erkrankungen. Foto:dpaImmer mehr britische Urlauber klagen nach der Reise Entschädigungen ein. Voregschoben worden oft Magen-Darm Erkrankungen. Foto:dpa

Osnabrück. Reiseveranstalter in Großbritannien werden derzeit mit zum Teil unberechtigten Forderungen von Touristen überhäuft, die im Urlaub in Hotels im Mittelmeer-Raum angeblich eine Lebensmittelvergiftung erlitten haben. Der Reiseveranstalter Thomas Cook warnt jetzt, dass deshalb die Preise dort steigen könnten.

„Die Taten einer Minderheit werden Auswirkungen auf die große Mehrzahl ehrlicher Leute haben, die für ihren Jahresurlaub hart arbeiten mussten“, sagte Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser der „Welt am Sonntag“. Die hohen Entschädigungszahlungen könnten auf die Urlaubspreise abgewälzt werden. Nach Angaben des mallorquinischen Hotelverbands FEHM soll die Betrugsmasche allein auf den Balearen einen Schaden von mehr als 50 Millionen Euro angerichtet haben.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur dts hat die Association of British Travel Agents (Abta) innerhalb von zwei Jahren einen Anstieg der Beschwerdezahlen wegen angeblicher Magen-Darm-Erkrankungen aufgrund schlechter oder verunreinigter Nahrungsmittel um mehr als 430 Prozent registriert.

„Claims Management Companies“

Wie dts weiter meldet, geht der Anstieg vermutlich auf die sogenannten „Claims Management Companies“ aus Großbritannien zurück. Ihnen werde vorgeworfen, britische Touristen zu Falschaussagen anzustiften. Durch eine Besonderheit des 2012 reformierten britischen Verbraucherschutz-Rechts könnten die Beschwerdeführer mit nur geringem Aufwand Entschädigungszahlungen von mehreren tausend britischen Pfund pro Person einstreichen. Um die Kosten einer langwierigen juristischen Auseinandersetzung zu sparen akzeptierten die Reiseagenturen ohne große Nachfrage die Reklamation,.Aus anderen Ländern seien solche Beschwerdewellen nicht bekannt.

Hoteliers wehren sich

Fankhauser hatte sich bereits im März über die Zunahme von Beschwerden mit Entschädigungsforderungen britischer Urlaubsgäste beschwert. Viele Briten forderten Schadenersatz wegen angeblich mangelhafter Hygiene im Hotel, sagte er damals der „Bild am Sonntag“. In Großbritannien sei das bis zu drei Jahre nach dem Urlaub möglich. Frankhauser erklärte: „Es besteht die Gefahr, dass einige unserer beliebtesten Hotels bald keine britischen Gäste mehr aufnehmen werden.“

Die spanischen Tageszeitung „Ultima Hora“ berichtet, dass immer mehr Betreiber von All-inclusive-Anlagen auf der Baleareninsel die Zahl ihrer britischen Gäste für die Saison 2018 reduzieren will. Dies hätten sie britischen Reiseveranstaltern im Rahmen der Verhandlungen für das kommende Jahr mitgeteilt.

Die Hotels auf Mallorca haben nach einem Bericht der „Mallorca Zeitung“ mit den britischen Veranstaltern eine Vertragsklausel, die die Kostenübernahme bei Leistungsausfall zusichert. Die Zahl der Reklamationen soll 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 700 Prozent gestiegen sein. Ein einziger Reiseanbieter habe 10.000 Kostenrückerstattungen eingereicht, heiß es. Die auch claim Farmers (Versicherungsfall-Züchter) genannten. „Claims Management Companies“ aus Großbritannien sind auf der Insel offenbar bereits mit einem Infowagen vertreten.


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