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Ab 1.April 2017 Sprechstunde Psychotherapie: Kürzere Wartezeit für psychisch Kranke

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Ab dem 1.April werden die Terminservicestellen (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) auch Termine bei Psychotherapeuten zur Akutbehandlung vermitteln. Eine Überweisung ist dann nicht erforderlich. Foto: Wuest/Eibner-Pressefoto EPFWTAb dem 1.April werden die Terminservicestellen (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) auch Termine bei Psychotherapeuten zur Akutbehandlung vermitteln. Eine Überweisung ist dann nicht erforderlich. Foto: Wuest/Eibner-Pressefoto EPFWT

Osnabrück. Zum 1. April treten einige Neuerungen für Psychotherapeuten und deren Patienten in Kraft. Ab dann werden die Terminservicestellen (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) auch Termine bei Psychotherapeuten zur Akutbehandlung vermitteln.

Detlef Haffke, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KV), rechnet mit Inkraftreten der Neuregelung mit einem „erhöhten Anrufvolumen“. Schätzungen wollte er im Gespräch mit unserer Redaktion aber nicht abgeben. Nachdem man beim Start der TSS im Jahr 2016 mit seinen Vorhersagen zu hoch gelegen habe, wolle man sich dieses Mal zurückhalten, sagte er.

Bei Bedarf nachsteuern

„Wir haben mit dem Dienstleister im Call Center besprochen, eher konservativ, also mit relativ wenig Personal die Anrufe abzuarbeiten und bei Bedarf nachzusteuern.“ Da die Angebote für fachärztliche Termine im vergangenen Jahr insgesamt nicht ausgeschöpft worden seien, gehe die KV Niedersachsen jetzt davon aus, dass ausreichend Angebote gemacht werden könnten.

Offene Sprechstunde

Alle ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten, die eine Genehmigung zur Abrechnung von Richtlinienpsychotherapie haben, müssen ab dem 1.   April solche speziellen Sprechstunden anbieten. Dies gilt auch für Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Psychotherapie. Durch die Einführung der psychotherapeutischen Sprechstunde müssen sie künftig mindestens zwei Stunden pro Woche für Sprechstunden zur Verfügung stehen. Das entspricht vier Sprechstunden à 25 Minuten. Die Sprechstunde kann sowohl in Form einer offenen Sprechstunde, als auch über Terminvereinbarung angeboten werden. Die Maßnahme soll den langen Wartezeiten für psychisch Kranke ein Ende bereiten.

Überweisung überflüssig

Die Neuregelung zu Akutbehandlungen sieht vor, dass Patienten eine Psychotherapeutische Sprechstunde aufgesucht haben müssen, bevor sie sich an die Terminservicestelle wenden. Erst wenn der Psychotherapeut sich nach einem Erstgespräch im Befundbericht für eine Akutbehandlung ausspricht, ist die Terminservicestelle am Zuge. Eine Überweisung braucht der Patient dann aber nicht. Er hat dann die Möglichkeit, je nach Krankheitsfall, bis zu 24-mal eine mindestens 25-minütige Einzelbehandlung in Anspruch zu nehmen.

Nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer rehabilitativen Behandlung können sich Patienten direkt an eine Terminservicestelle wenden, wenn sie eine Akutbehandlung benötigen.

Kein Wunschtherapeut

Bei der Vermittlung von Terminen bei Psychotherapeuten gilt im Übrigen das Gleiche wie bei der Vermittlung von Facharztterminen: Die Versicherten haben keinen Anspruch auf einen Termin bei einem bestimmten Psychotherapeuten ihrer Wahl.

Ebenfalls neu ab 1. April: Nach einer Langzeittherapie haben Patienten die Möglichkeit einer psychotherapeutischen Behandlung, die einem Wiederkehren von Symptomen vorbeugt.


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