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Zarte Frühblüher Warum Schneeglöckchen nicht erfrieren

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Frühlingsboten: Schneeglöckchen im Krokusfeld. Foto: dpaFrühlingsboten: Schneeglöckchen im Krokusfeld. Foto: dpa

Osnabrück. Schneeglöckchen gehören zu den ersten Frühlingsboten. Doch warum erfrieren die Frühblüher nicht, wenn die Temperaturen noch einmal Minusgrade erreichen?

Sie gehören zu den Frühstartern des Jahres. Manchmal stehen sie sogar schon Mitte Januar in den Startlöchern als zarte erste blühende Frühlingsboten: die Schneeglöckchen. Mit den ersten Sonnenstrahlen kämpfen sich die grünen Spitzen aus der Blumenzwiebel auch durch die letzte feine Schneedecke hindurch. Doch wie schaffen es die robusten Frühblüher nur, nicht zu erfrieren, wenn der Winter mit Minusgraden im Frühling noch einmal zurückkehrt?

Zunächst: Die Schneeglöckchen sind natürlich als Kalt- beziehungsweise Frostkeimer zum Überleben auf niedrige Temperaturen angewiesen. Schließlich kann die Zwiebel der Pflanze überhaupt erst aktiv werden, nachdem sie über mehrere Tage dem Frost ausgesetzt war. Folgt dann über Wochen eine Bodentemperatur über null Grad, können die Samen mit dem Keimen loslegen.

Überlebenskünstler unter Naturschutz

Doch wie schützt die Pflanze nun ihre Blätter und milchweißen Blüten davor, dass das Wasser in ihren Zellen bei Minusgraden gefriert, spitze Kristalle bildet und die Zellwände zerstört werden? Ganz einfach: Sie stellt ihren eigenen Frostschutz her. Dazu muss die Pflanze ihren Stoffwechsel umstellen und „Bio-Alkohol“ produzieren, also zuckerhaltige Substanzen wie Glycerin und Traubenzucker. Wenn sich diese nun im Wasser der Zellen auflösen, verändert das die molekulare Zusammensetzung mit dem gewünschten Effekt, dass der Gefrierpunkt sinkt. Das Schneeglöckchen ist also eigentlich ein Überlebenskünstler par excellence. Trotzdem steht es unter Naturschutz. (Weiterlesen: Schnittblumen zum Osterfest: Was ist dran an Pflegemythen um Narzissen und Tulpen?)


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