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Fehlgeleitete E-Mails darf man löschen Was tun mit einem falsch zugestellten Brief?

Von Lorena Dreusicke

Falsch adressierte Emails dürfen Empfänger einfach löschen, bei fehlgeleiteten Postsendungen ist das anders. Foto: dpaFalsch adressierte Emails dürfen Empfänger einfach löschen, bei fehlgeleiteten Postsendungen ist das anders. Foto: dpa

Osnabrück. Falsch adressierte Emails dürfen Empfänger einfach löschen, bei fehlgeleiteten Postsendungen ist das anders.

Wer in seinem Mailpostfach eine E-Mail findet, die an einen Fremden gerichtet ist, darf die Mail löschen. Das erklärt Anwalt Thomas Hollweck in der Zeitschrift „Computerbild“ (Ausgabe 5/2017). Grund für die Irrläufer – Paketankündigungen, Bestellscheine oder PayPal-Mitteilungen – sind häufig Tippfehler.

Hollweck rät, den Kontakt zum eigentlichen Empfänger zu suchen. So kann dieser seine Kontaktdaten bei den betreffenden Unternehmen aktualisieren, und die unerwünschte Post bleibt künftig aus. Über Hinweise in der Mail, etwa der Wohnort, könne der Kontakt meist ermittelt werden.

Pflicht den Brief weiterzuleiten

Ein falsch adressierter Brief darf nicht einfach entsorgt werden. Das Post- und Fernmeldegeheimnis sei unverletzlich, erklärte ein Sprecher der Deutschen Post. Der Empfänger habe die Pflicht, den fehlgeleiteten Brief entweder an die korrekte Adresse zu schicken – falls bekannt – oder zumindest wieder dem Dienstleister zurückzugeben.

Kam die Sendung mit der Deutschen Post, darf sie ohne weitere Frankierung in den nächsten Briefkasten geworfen werden. Ein Vermerk, wie „Empfänger unbekannt“ ist laut der Deutschen Post nicht verpflichtend.

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Die Citipost Osnabrück bietet den Service an, den falsch zugestellten Brief kostenlos abzuholen. Ein Termin dafür könne per Telefon vereinbart werden, erklärte Geschäftsführer Martin Ellenberger.

Der falsch adressierte Brief werde dann zurück ins Briefzentrum gebracht. Der Bote notiert den Rückgabegrund auf einem Formular, das auf dem Brief angebracht wird. Meistens sei das „Empfänger unbekannt“, „Empfänger verzogen“, „Briefkasten überfüllt“ oder „kein Briefkasten vorhanden“.

Adressrecherche

Ist ein Brief wieder im Briefzentrum gelandet, beginnt laut Ellenberger die Adressrecherche. Dabei werde in öffentlichen Verzeichnissen – wie Klicktel-Online oder dem Adressbuch – geprüft, ob es Informationen zur richtigen Anschrift gibt. „Je nach Wunsch des Versenders werden die Briefe an die neue Anschrift weitergeleitet oder an den Absender retourniert.“

Doch manchmal scheitere die Zustellung auch an einem anderen Punkt, sagte Ellenberger: „Wir würden uns sehr freuen, wenn jeder zuhause einmal überprüft, ob der Briefkasten leserlich und korrekt beschriftet ist.“

Nachsende- und Lagerservice

Damit die Post zuverlässig zugestellt werden kann, bieten die Deutsche Post und die Citipost Osnabrück auch kostenpflichtige Services an. Zieht ein Empfänger um, kann er sich mit einem Nachsendeauftrag seine Post an die alte Adresse zur neuen Residenz umleiten lassen.

Steht eine längere Abwesenheit an, beispielsweise ein Urlaub, bieten beide Dienstleister an, die Briefe einzulagern und später gesammelt zuzustellen. So kann verhindert werden, dass der Briefkasten überquillt – ein Rücksendegrund weniger.

(Mit dpa)

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