Unilever, Mars, Nestlé, Coca-Cola & Co Hersteller stellen Lebensmittelampel vor und ernten Kritik

Die Lebensmittelampel zeigt  in Anlehnung an eine Verkehrsampel an, bei welchen Nahrungsmitteln Vorsicht geboten ist. Die abgebildeten Paprika machen garantiert nicht dick. Foto:imago/Horst GaluschkaDie Lebensmittelampel zeigt in Anlehnung an eine Verkehrsampel an, bei welchen Nahrungsmitteln Vorsicht geboten ist. Die abgebildeten Paprika machen garantiert nicht dick. Foto:imago/Horst Galuschka

Osnabrück. Sechs führende multinationale Lebensmittelunternehmen (Unilever, Mars, Nestlé, Coca-Cola, PepsiCo, Mondelez) wollen am heutigen Mittwoch eine von ihnen konzipierte farbig unterlegte Nährwertkennzeichnung -(Ampel) vorstellen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert, dass die Angaben für den Zucker-, Fett- und Salzgehalt sich auf Portionsgrößen beziehen sollen. Das sei inakzeptabel.

In einer Pressemitteilung begrüßt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), dass sich die Hersteller nicht länger dem Prinzip einer Ampelkennzeichnung verschließen. Die Verbraucher wünschten sich leicht nachvollziehbare Nährwertangaben auf Lebensmitteln durch die Einteilung in „grün“, „gelb“ und „rot“.

Der nun vorliegende Vorschlag sei aber nur auf den ersten Blick ein Durchbruch und ein Entgegenkommen auf den Verbraucherwunsch für mehr Transparenz. Aus Verbrauchersicht sei Ansatz der Hersteller auf Basis von Portionsgrößen nicht akzeptabel.

Was ist eine Portion?

Da es bei den Konsumenten kein einheitliches Verständnis darüber gebe, was „eine Portion“ sei, sei die vorgeschlagene Systematik nicht geeignet, nachvollziehbar über den Nährstoffgehalt eines Lebensmittels zu informieren. Im Gegenteil: Der Vergleich des Nährstoffgehalts verschiedener Lebensmittel werde sogar erschwert und könne in die Irre führen, meint Müller.“

Er forderte die Hersteller deshalb auf, für eine bessere Vergleichbarkeit den einheitlichen Bezugswert von 100g oder 100ml zu verwenden. „Verbrauchern würde so eine echte Hilfestellung für den Produktvergleich und eine informierte Kaufentscheidung gegeben“, betonte er.

Rot, gelb und Grün

Die Lebensmittelampel soll der Fehlernährung der Bevölkerung entgegenwirken. Sie soll es dem Verbraucher ermöglichen, vor dem Erwerb eines Nahrungsmittels zu erkennen, ob das Produkt bestimmte Grenzen von Nährstoffgehalten überschreitet und so zu einer ungesunden Ernährung beiträgt. Ist beispielsweise in einem Produkt überdurchschnittlich viel Zucker enthalten, wird der Begriff Zucker rot hinterlegt. Entsprechend werden die Farben Gelb und Grün verwendet. Verbraucherschützer, Krankenkassen und Ärzte haben sich auch in Deutschland bereits mehrfach für die Einführung einer Lebensmittelampel ausgesprochen. Die Ampel wird seit 2006 in Großbritannien erprobt.


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