Forscher: Kein Krebsrisiko Wie gefährlich ist Mobilfunkstrahlung für Nutzer?

Von Norman Mummert


Osnabrück. Löst Handystrahlung Krebs aus? Nein, sagt das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter und verweist auf entsprechende Studien und Untersuchungen, die von der Bundesbehörde in Auftrag gegeben wurden.

Diese sind zu dem Schluss gekommen, dass kein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Das gilt für eine Handynutzung von weniger als zehn Jahren. Dass Mobilfunkstrahlungen zu Schlafstörungen oder Konzentrationsschwächen führen, ist ebenso wenig erwiesen.

Nicht krebserregend, trotzdem gefährlich

Sind Handystrahlungen deswegen ungefährlich? Nein, sagt das Bundesamt. Sogenannte elektromagnetische Felder, die die Antenne des Handys beim Telefonieren ausstrahlt, können umliegendes Hautgewebe erwärmen und auf Dauer schädigen.

Dabei genügt es, wenn die Temperatur um ein Grad Celsius steigt. Anhand von Tierexperimenten haben Forscher herausgefunden, dass ein Wärmeanstieg beispielsweise im Gewebe rund um die Augen Erkrankungen wie den grauen Star fördern kann. Der graue Star bezeichnet eine Eintrübung der Augenlinse, die zum teilweisen Verlust des Sehvermögens führt.

Handystrahlung kann Tumore fördern

Weiter hat eine Bremer Privathochschule im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz anhand eines Tierexperiments herausgefunden, dass Handystrahlung Krebs zwar nichts auslöst, allerdings das Wachstum vorhandener Krebszellen durchaus fördert. Bei dem Experiment wurden zwei Mäusegruppen über einen längeren Zeitraum besagter Strahlung ausgesetzt. In einer Gruppe wurden den Tieren noch vor der Geburt krebserregende Stoffe gespritzt. Diese begannen aufgrund der Mobilfunkstrahlung häufiger Tumore in Lunge und Leber zu bilden. Dieses Experiment wurde vom Fraunhofer Institut wiederholt und führte zu ähnlichen Ergebnissen. Die Forscher gehen davon aus, dass sich die Tumore gebildet haben, weil die Mobilfunkstrahlung den Stoffwechsel der Tiere beeinflusst hat.

Grenzwert: Zwei Watt je Kilogramm

Ausschlaggebend für die Wirkungen von Mobilfunkstrahlung ist die vom Körper aufgenommene Energie. Hier gibt das Bundesamt einen Richtwert von zwei Watt je Kilogramm aus, den Handys und Smartphones nicht übersteigen sollten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich das Hautgewebe um ein Grad Celsius erwärmt und Gesundheitsschäden folgen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN