Aboalarm, Volders und Co. Wie gut sind Kündigungsdienstleister im Internet?

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Dienstleister im Internet übernehmen gegen eine geringe Gebühr gerne die Kündigung für ihre Kunden. Wer aber sparen möchte und noch genügend Zeit hat, kann auch selbst per E-Mail kündigen. Foto: Andrea WarneckeDienstleister im Internet übernehmen gegen eine geringe Gebühr gerne die Kündigung für ihre Kunden. Wer aber sparen möchte und noch genügend Zeit hat, kann auch selbst per E-Mail kündigen. Foto: Andrea Warnecke

Osnabrück. Ob zu teurer Handyvertrag oder das unliebsame Zeitschriftenabo: Wer aus einem Vertrag heraus will, muss rechtzeitig kündigen. Dienstleister im Internet wollen dabei behilflich sein. Aber wie gut sind sie?

Wer einen eigenen Haushalt führt, hat schnell viele Verträge vereinbart: für den Internet- und Telefonanschluss, für das Handy, verschiedene Versicherungen und manchmal auch Zeitschriften- oder andere Abos. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Und das ist vor allem dann ein Problem, wenn sich die Verträge automatisch verlängern, weil die Kündigungsfrist abgelaufen ist. Zudem lohnt sich bei länger laufenden Verträgen häufig eine Kündigung, weil die Konditionen für Neukunden oft besser sind als für Stammkunden. Abhilfe wollen sogenannte Kündigungsdienstleister im Internet schaffen. Der bekannteste Anbieter auf diesem Gebiet ist Aboalarm, inzwischen gibt es jedoch viele Konkurrenzangebote.

Faxprotokoll als Kündigungsnachweis

Diese Dienstleister können praktisch sein, denn mit ihrer Hilfe lassen sich in sekundenschnelle Kündigungsschreiben erstellen und versenden. Ein Faxprotokoll gibt den nötigen Nachweis darüber, dass die Kündigung auch tatsächlich beim jeweiligen Unternehmen eingegangen ist. Die Preise variieren dabei zwischen 1 und 3,50 Euro pro übermittelter Kündigung. Volders versendet ein Kündigungsfax im Namen des Auftraggebers sogar kostenlos. Aber für wen sind solche Angebote sinnvoll und wie sicher sind meine Daten?

Empfehlung für Aboalarm und Volders

Gerade das Thema Datenschutz sei bei solchen Kündigungsdienstleistern wichtig, sagt Daniel Pöhler vom Verbraucherportal Finanztip. „Das sind ja Portale, bei denen man sehr persönliche Daten eingeben muss, sonst kann man sie gar nicht nutzen. Deshalb ist es wichtig, dass die Dienstleister großen Wert auf Datenschutz legen und das in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen auch gut erklären.“ Finanztip hat zusammen mit einer Rechtsanwältin das Angebot verschiedener Kündigungsdienstleister geprüft. Am Ende empfehlen sie die Dienste der beiden Portale Aboalarm und Volders, weil sie unter anderem im Hinblick auf Datenschutz und transparente Preisgestaltung am besten abgeschnitten haben. Interessierte sollten die Angebote anderer Portale in jedem Fall genau prüfen, bevor sie eine Kündigung darüber abschicken: „Es gibt auch ein paar dubiose Anbieter auf dem Markt“, weiß Pöhler. Bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen sind allerdings bisher keine Beschwerden über die Portale eingegangen, hieß es aus der Pressestelle.

Eine bequeme Lösung

Nach Einschätzung von Daniel Pöhler sind die Dienstleister vor allem in zwei Situationen hilfreich: „Zum einen dann, wenn man nicht mehr so genau weiß, an wen man die Kündigung schicken muss und welchen Bedingungen sie unterliegt. Muss die Kündigung außerdem sehr kurzfristig beim Vertragspartner eingehen, weil die Kündigungsfrist sonst abläuft, sind die Dienstleister ebenfalls eine gute Alternative.“ Der Kunde erspare sich so den Gang zur Post, um die Kündigung per Einschreiben abzusenden. Mit dem Faxprotokoll liege ebenfalls ein Nachweis vor, dass das Schreiben rechtzeitig eingegangen ist. „Der Service der Kündigungsdienstleister ist sicher eine bequeme Lösung. Wenn man aber den Euro sparen will und genügend Zeit hat, kann man auch genauso gut selbst per E-Mail kündigen“, meint Pöhler.

Probleme mit Vertragspartnern

Hin und wieder kommt es allerdings vor, dass Vertragspartner Kündigungen nicht anerkennen, die über solche Dienstleister erstellt werden. Ihr Argument: Die Schreiben sind nicht eigenhändig unterschrieben. Anbieter Aboalarm ist jedoch der Ansicht, dass eine eigenhändige Unterschrift nicht nötig ist, falls diese nicht expliziert in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen eingefordert wird. Ein Beispiel dafür ist etwa der Mobilfunkriese O2. Laut einer aktuellen Pressemitteilung von Aboalarm verweigert auch der Onlinedienst Web.de die Kündigungen des Anbieters – angeblich aus „Sicherheitsgründen“. Für viele Vertragspartner übernimmt das Portal jedoch auch Kündigungsgarantien, so auch für O2 und web.de. Falls der Vertragspartner also die Kündigung verweigert, stellt Aboalarm kostenlos anwaltliche Hilfe zur Verfügung und erstattet die Mehrkosten, falls es zu einer ungewollten Vertragsverlängerung kommt. Interessierte Kunden können sich darüber auf der Homepage des Anbieters informieren.


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