Grippewelle 2017: Schon 85 Tote Grippe hat Süden im Griff – In Niedersachsen keine Entwarnung

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Der Süden Deutschlands ist von der Grippewelle besonders stark betroffen. Bundesweit wurden schon 85 Todesfälle durch Grippe nachgewiesen. Foto: Maurizio Gambarini/dpaDer Süden Deutschlands ist von der Grippewelle besonders stark betroffen. Bundesweit wurden schon 85 Todesfälle durch Grippe nachgewiesen. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Osnabrück. Der Süden Deutschlands ist von der Grippewelle besonders stark betroffen. Bundesweit wurden schon 85 Todesfälle durch Grippe nachgewiesen. In Niedersachsen sei der Verlauf bisher aber nicht so dramatisch, sagt der Sprecher des Landesgesundheitsamtes Holger Scharlach.

Entwarnung wollte Scharlach aber nicht geben: „Auch wir sind jetzt in der Grippewelle drin“, betonte er. Man könne nicht ausschließen, dass sie auch in Niedersachsen noch stärker werde. Positiv stimme derzeit aber, dass die Aktivität der krankmachenden Viren in den niedersächsischen Kindergärten in der 5.Kalenderwoche im Vergleich zur Vorwoche von 15,7 Prozent auf 14,6 Prozent gesunken sei. Auch habe sich die Zahl der Arztbesuche im Norden nur moderat erhöht.

1346 Influenzafälle

Andererseits deute die Zahl labordiagnostisch nachgewiesener Influenza mit 48 Prozent auch in Niedersachsen auf eine starke Grippewelle hin. In der Grippesaison 2015/ 2016 habe diese Zahl aber sogar bei 60 Prozent gelegen, sagt Scharlach. Seit Beginn der Influenzasaison in der 40. Kalenderwoche 2016 seien in Niedersachsen insgesamt 1346 laborbestätigte Influenzafälle übermittelt worden.

B-Viren auf dem Vormarsch

Nach Angaben des Sprechers hat es im Vergleich zur Vorwoche bei den beteiligten Virenstämmen eine kleine Verschiebung gegeben: Der Anteil der B-Viren an den Infektionen sei auf neun Prozent (Vorwoche: drei Prozent) gestiegen. Nach wie vor dominierend sei mit 90 Prozent aber der Virusstamm A(H3N2).

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Bisher wurde in Niedersachsen ein durch Laboruntersuchungen bestätigter Influenza-Todesfall übermittelt. Die tatsächliche Anzahl direkt oder indirekt durch Influenza bedingter Todesfälle lässt sich allerdings erst nach Ende der Saison anhand der Todesfallstatistik feststellen.

  • Überblick über die Entwicklung akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in verschiedenen Regionen Niedersachsens :
  • Osnabrück: Mittel/abnehmend
  • Emsland: Gering/stark abnehmend
  • Nordhorn: Hoch/gleichbleibend
  • Leer: Mittel/gleichbleibend
  • Aurich: Sehr hoch/gleichbleibend
  • Cloppenburg: Mittel/abnehmend
  • Oldenburg/ Delmenhorst: Sehr hohe Aktivität/gleichbleibend

Bundesweite Zahlen

Bundesweit ist die Größenordnung der gemeldeten labordiagnostisch betätigten Grippefälle „relativ hoch“, sagte die Pressesprecherin des Robert- Koch-Instituts (RKI) Susanne Glasmacher unserer Redaktion. „Bisher sind die Meldedaten steigend und nichts deutet auf ein Abschwächen der Grippewelle hin.“ Die südliche Hälfte Deutschlands entlang der Linie Rheinland/Pfalz, Südhessen, Thüringen und Sachsen sei aber besonders stark betroffen. Eine starke Grippewelle erlebt auch Nordrhein- Westfalen. Bislang wurden 85 Todesfälle mit Influenzainfektion an das RKI übermittelt, davon 78 (92 Prozent) aus der Altersgruppe der über 59-Jährigen.

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  • Nach Angaben des RKI lag die Zahl der bundesweit labordiagnostisch bestätigten Fälle:
  • In der 5.Kalenderwoche bei 15 000.
  • In der 4. Kalenderwoche bei 12000.
  • In der 3.Kalenderwoche bei 7000.
  • In der 2.Kalenderwoche bei 5000.

Risikogruppen empfehle das RKI weiterhin, sich impfen zu lassen, betonte Glasmacher. Dazu gehörten auch Senioren, bei denen eine Infektion mit dem Virusstamm A(H3N2) zu Komplikationen führen könne.

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