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„Gezielte Verbraucher-Täuschung“ Nach heftiger Kritik: Vodafone stoppt Briefwurfsendungen

Von Waltraud Messmann


Osnabrück. Vodafone hat nach heftiger Kritik zwei Kampagnen gestoppt, bei denen der Provider mit hochoffiziell anmutenden Schreiben Kunden werben wollte. Verbraucherschützer hatten dem Provider vorgeworfen, bei den Briefwurfsendungen handele es sich um gezielte Verbrauchertäuschung.

Vodafone -Sprecher Volker Petendorf betonte am Montag gegenüber unserer Redaktion: „Wir werden dieses Werbemittel in dieser Gestaltung nicht mehr versenden, sondern überarbeiten.“ Der Versand der Schreiben sei bereits in der vergangenen Woche gestoppt worden.

Rosafarbene Postkarte

Vodafone hatte an Kunden zunächst rosafarbene Postkarte verschickt. Auf den Karten mit dem Logo „Dialogpost. Ein Service der Deutschen Post“ hieß es unter anderem „Wichtige Information“: An ihrer Adresse gibt es eine wichtige Neuerung der Telefon- und Internettechnologie. Rufen Sie daher bis spätestens 16.02.2017 bei uns an.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät Betroffenen, die jetzt noch solche Post von Vodafone erhielten, sich von den Schreiben nicht blenden oder unter Druck setzen zu lassen. Vermeintliche Zustellungsstempel, Vorgangsdaten und Rückmeldefristen sollten den Anschein erwecken, die Information habe eine gewisse Dringlichkeit und erfordere schnelles Handeln der Verbraucher. In Wirklichkeit gehe es aber nur um Werbung, betonte Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale.

Schreiben entsorgen

Viele Verbraucher hätten berichtet, für sie habe der Eindruck bestanden, sie müssten tätig werden, berichtet die Expertin. Dies sei jedoch keineswegs der Fall. Verbraucher, die sich nicht innerhalb der gesetzten Frist bei dem Unternehmen meldeten, hätten keinerlei rechtliche Folgen zu erwarten. „Schweigen gilt nämlich grundsätzlich nicht als Willenserklärung“, so Körber. Die Verbraucherzentrale rät daher, die Schreiben schlicht als Werbung zu behandeln und gegebenenfalls zu entsorgen.

Vodafone -Sprecher Petendorf versicherte, dass man insbesondere den heftig kritisierten Stempel „Wiederholter Zustellungsversuch“ bei Werbe-Postkarten künftig nicht mehr einsetzen werde. Gleichzeitig betonte er, dass es bei der Karte darum gegangen sei, Verbraucher zu bewegen, sich über einen möglichen Wechsel des Festnetzanbieters Gedanken zu machen. Dies sei ja auch zu ihrem Vorteil.

Behördenbrief?

Nach einem Bericht von Heise.online schickte Vodafone der Postkarte in einigen Fällen noch einen Brief auf grauem Papier hinterher, der wie das Schreiben einer Behörde anmutete. Dort habe es geheißen: „Betr.: DVB-T-Abschaltung erfordert Umstellung auf moderne TV-Versorgung“. Nach Kritik von Verbraucherschützern habe Vodafone auch diese Kampagne gestoppt, hieß es.