Ein Bild von Waltraud Messmann
17.01.2017, 07:00 Uhr IN DEUTSCHLAND UMSTRITTEN

EU-Pauschalreiserichtlinie entspricht Wünschen der Briten

Ein Kommentar von Waltraud Messmann


Ab 2018 weniger Rechte für deutsche Urlauber auf Reisen?  Foto:Imago/BlickwinkelAb 2018 weniger Rechte für deutsche Urlauber auf Reisen? Foto:Imago/Blickwinkel

Osnabrück. Das deutsche Reiserecht gilt als vorbildlich. Wenn die neue EU-Pauschalreiserichtlinie im Juli 2018 so wie geplant in Kraft tritt, könnte sich das ändern, warnen Experten.

Das ist bitter: Die in Deutschland umstrittene EU-Pauschalreiserichtlinie wurde vor allem von den Briten vorangetrieben. Sie war auf deren Markt ausgerichtet. Während nach dem Brexit die neuen Regeln in Großbritannien aber wohl nicht mehr umgesetzt werden, müssen alle anderen die Kröte schlucken.

Besonders schlecht dürfte das den deutschen Verbrauchern bekommen: Bleibt es bei dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Umsetzung der EU-Richtlinie, werden sie ab Juli 2018 auf einer Reise zum Teil deutlich weniger Rechte haben. Verbraucherschutzstandards würden geopfert.

Die neue EU-Pauschalreiserichtlinie ist im Jahr 2015 verabschiedet worden. Das war lange vor dem Brexit-Votum. Inzwischen gibt es aber eigentlich keinen Grund mehr, an der für die Briten konzipierten Regelung festzuhalten. Deshalb ist es völlig unverständlich, dass Berlin noch nicht einmal die Möglichkeiten nutzt, die die Richtlinie für nationale Anpassungen einräumt. So darf die Bundesregierung bei ihrer Umsetzung Reiseeinzelleistungen und Tagesreisen weiter unter den Schutz des Pauschalreiserechts stellen, tut es aber nicht.

Dabei geht diese Ausnahmeregelung sogar auf einen Vorstoß der Deutschen zurück. Sie hatten ihn 2015 damit begründet, dass hierzulande sonst die Gefahr einer Absenkung des Verbraucherschutzniveaus drohe. Das aber trifft auch heute noch zu.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN