Mehr Opfer als durch Heroin Amerikas stille Sucht – Gefangen in der Schmerzmittel-Wolke

Von dpa

Das Medikament „Fentanyl“ wirkt 50 Mal stärker als Heroin. Foto: dpaDas Medikament „Fentanyl“ wirkt 50 Mal stärker als Heroin. Foto: dpa

Washington. Die Katastrophe rollt seit Jahren heran, aber niemand hat sie sehen wollen: Vor allem in ländlichen, ärmeren Regionen der USA sind Millionen Menschen süchtig nach Opioiden. In manchen Gebieten ist bereits der Notstand ausgerufen worden.

Eine Sucht geht um in den USA – lange Zeit kaum beachtet, doch mit fataler Wirkung. Sie hüllt die Abhängigen in eine dumpfe Wolke synthetischen Wohlgefühls, der nur schwer wieder zu entrinnen ist. Der Überdosis-Tod von Pop-Ikone Prince in d

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Schmerzmittelsucht in Deutschland:

Man weiß, dass man wenig weiß: Zum Thema Opioid-Sucht liegen in Deutschland kaum Zahlen vor. Laut „Jahrbuch Sucht 2016“ sind schätzungsweise 1,9 Millionen Menschen in Deutschland arzneimittelabhängig, etwa 1,5 Millionen davon nehmen Schlaf- und Beruhigungsmittel. Besonders betroffen: ältere Frauen. Zu Schmerzmitteln gibt es keine Angaben. Allerdings steigt der Gebrauch starker Opioide seit Jahren an.

Einer der wenigen Experten, Rüdiger Holzbach, erarbeitet zusammen mit dem Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung der Uni Hamburg eine Schmerzmittel-Studie. Vorab ist zu erfahren, dass immer mehr Rezepte für eine Langzeitanwendung ausgestellt werden. Im Jahr 2006 waren noch 19 Prozent der Opioid-Verschreibungen Langzeitverschreibungen. Vier Jahre später lag der Anteil bei 21 Prozent. Das Thema werde absolut stiefmütterlich behandelt, beklagt der Forscher.

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