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85 statt 70 Cent Warum kosten farbige Briefumschläge mehr Porto?

Von Annalena Klein

Farbige Briefumschläge kosten bei der Deutschen Post mehr Porto als ein weißer Standard-Umschlag. Aber warum ist das so? Symbolfoto: David EbenerFarbige Briefumschläge kosten bei der Deutschen Post mehr Porto als ein weißer Standard-Umschlag. Aber warum ist das so? Symbolfoto: David Ebener

Osnabrück. Zu Weihnachten wird traditionell viel Post verschickt: Tante, Opa, Bruder – alle sollen mit bunten Karten bedacht werden. Doch Achtung: Farbige Briefumschläge kosten bei der Deutschen Post mehr Porto als ein weißer Standard-Umschlag.

Ein paar nette Zeilen geschrieben, ab mit der glitzernden Weihnachtskarte in den roten Umschlag, 70-Cent-Briefmarke drauf und ab die Post – da wird sich Oma aber freuen. Wenn die Karte denn bei Oma ankommt.

Teurer als der Standard

Es ist nämlich gut möglich, dass der Brief zum Absender zurückgeschickt wird mit der netten Bemerkung „Bitte freimachen“. Die Deutsche Post erhebt bei farbigen Briefumschlägen mehr Porto als bei weißen Standard-Umschlägen. Bei dunklen Farben wie Rot, Blau oder Tannengrün muss der Schreiber 85 statt der üblichen 70 Cent bezahlen.

Aber warum ist das so? Will die Deutsche Post beim Weihnachtspost-Geschäft richtig abgreifen ? Nein, schuld ist die Technik. Denn die Codierstreifen können von der Sortiermaschine nicht ausgelesen werden, wenn sie auf bunten Hintergrund gedruckt sind. „Bei ungünstiger Papierfarbe oder farbigen Grafiken im Bereich der Codierzone der Briefumschläge können die Briefsortieranlagen nicht zwischen dem Strichcode und der Umschlagfarbe unterscheiden“, erklärt eine Unternehmenssprecherin.

Also müssen Postmitarbeiter aus Fleisch und Blut ran, es muss per Hand nachgearbeitet werden – und das verursacht höhere Kosten. Somit müsste jeder bunte Brief, dessen Code nicht gelesen werden kann, höher frankiert werden. Das gelte außerdem auch für Umschläge mit „ungünstiger grafischer Gestaltung“ oder weiße Standardbriefe, die, aus welchen Gründen auch immer nicht ausgelesen werden könnten, so die Deutsche Post.

Wie streng ist die Post tatsächlich?

Und wie rigoros setzt die Deutsche Post diese Preispolitik um? Geht so. „Bis vor einiger Zeit haben wir farbige Umschläge im normalen Postversand toleriert“, sagt die Unternehmenssprecherin. Heißt: Bis vor einiger Zeit haben die Mitarbeiter der Post ein Auge zugedrückt, wenn ihnen dunkel gefärbte Umschläge in die Hände fielen.

Doch das habe dazu geführt, dass immer mehr farbige Umschläge versendet wurden, erklärt die Post. Also gelten die Beförderungsbestimmungen des Unternehmens: „Anstatt mit 70 Cent müssen farbige Briefumschläge in bestimmten Farben mit 85 Cent frankiert werden.“ Immerhin: Pastellfarbene Umschläge seien grundsätzlich geeignet.

Habe ich als Kunde Anspruch darauf, dass mein sechster dunkelblauer Umschlag nicht nachfrankiert werden muss, wenn die fünf vorherigen „durchgegangen“ sind? Nein, sagt die Deutsche Post: „Das Risiko liegt beim Absender, denn man kann sich nicht darauf berufen, dass ja andere Briefe auch schon mal ohne Beanstandung ihr Ziel erreicht haben.“

Außerdem: Wer möchte, dass seine wie auch immer gefärbte Weihnachtspost noch rechtzeitig ankommt, muss sie laut Deutscher Post bis zum 22. Dezember in einer Postfiliale abgeben.

(Weiterlesen: Post stellt Brief in Papenburg mit Geldmünze statt Briefmarke zu)


Preise für Porto bei Brief und Postkarte:

Der Standardbrief der Deutschen Post bis 20 Gramm kostet 70 Cent. Inhaltsbeispiel der Deutschen Post: zwei Theaterkarten + Anschreiben.

Ein Kompaktbrief bis 50 Gramm kostet 85 Cent. Inhaltsbeispiel der Deutschen Post: Versicherungsunfallbogen (doppelt geknickt).

Für einen Großbrief bis 500 Gramm muss der Kunde 1,45 Euro bezahlen. Inhaltsbeispiel der Deutschen Post: Einkommensteuererklärung.

Ein Maxi-Brief bis 1 Kilo kostet 2,60 Euro. Inhaltsbeispiel der Deutschen Post: Magazin.

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