Durch Lichtmuster Anfall ausgelöst Angriff mit Epilepsie-auslösenden Tweets auf Journalisten

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Der an Epilepsie leidende US-Journalist Kurt Eichenwald will bereits zum zweiten in diesem Jahr via Twitter mit einer Epilepsie auslösenden Animation angegriffen worden sein. Symbolfoto: dpaDer an Epilepsie leidende US-Journalist Kurt Eichenwald will bereits zum zweiten in diesem Jahr via Twitter mit einer Epilepsie auslösenden Animation angegriffen worden sein. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Der an Epilepsie leidende US-Journalist Kurt Eichenwald will bereits zum zweiten in diesem Jahr via Twitter mit einer Epilepsie auslösenden Animation angegriffen worden sein. Während er bei der ersten Attacke sein Tablet noch schnell genug habe weglegen können, hätten die Mediendateien mit flackernden Lichtmustern dieses Mal einen epileptischen Anfall ausgelöst, berichtet das Technikportal „Arstechnica“.

Schnell blinkendes Licht kann bei einigen besonders empfindlichen Menschen Anfälle auslösen. So erlitten 1997 in Japan mehrere 100 Kinder einen epileptischen Anfall, als sie einen bestimmten Cartoon im Fernsehen sahen. Die Bezeichnung für einen solchen Vorfall ist photosensitive Epilepsie. Besonders Lichtreize mit hohem Kontrast und bestimmter Frequenz, wie sie zum Beispiel auch in Fernsehfilmen oder auf Video gezeigt werden, können nach Angaben des Portals „Medizin-Netz“ Auslöser sein. Dies sei vermutlich darauf zurückzuführen, dass bei den Erkrankten ein Regelkreis des Nervensystems nicht funktioniere, der die Aufgabe habe ab bestimmten Kontrast- und Frequenzreizen die dadurch erzeugte Nervenreizung zu unterdrücken.

Schwäche missbraucht

Die Angreifer haben diese Schwäche offenbar missbraucht, um dem Journalisten zu schaden. Wie „Arstechnica“ berichtet, sei der erste misslungene Angriff im Oktober möglicherweise von einem Unterstützer des designierten US-Präsidenten Trump gekommen. Die zweite und erfolgreiche Attacke sei von einem Twitter-Account gestartet worden, der eine Verbindung zur rechten Szene nahe lege. Die den epileptischen Anfall auslösende Nachricht sei mit der Botschaft versehen gewesen “Du verdienst einen Anfall für deine Postings“, teilte Eichenwald via Twitter mit. Der Account sei mittlerweile gesperrt. Eichenwald kündigte an, gesetzlich gegen die Urheber vorgehen zu wollen. Twitter wolle er per Gerichtsbeschluss zur Herausgabe der Nutzerdaten zwingen.

US-Magazin „Vanity Fair“

Wie der „Standard“ berichtet, schreibt der Journalist auch für das US-Magazin „Vanity Fair“. Der designierte US-Präsident Trump hatte sich kürzlich abfällig über das Magazin geäußert, nachdem dieses eines seiner Restaurants verrissen und ihn kritisiert hatte. Die Auflage des Magazins legte daraufhin schlagartig zu.


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