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Steuerermäßigungen erweitert Steuern sparen bei Winterdienst und Tierpflege

Lohnkosten für den Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen vor dem eigenen Grundstück können künftig als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich berücksichtigt werden. Foto: Tobias Hase/dpaLohnkosten für den Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen vor dem eigenen Grundstück können künftig als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich berücksichtigt werden. Foto: Tobias Hase/dpa

Osnabrück. Das Bundesfinanzministerium hat die Steuerermäßigungen für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen erweitert. So sind jetzt auch Lohnkosten für den Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen vor dem eigenen Grundstück steuermindernd. Auch Tierhalter, die ihre Haustiere zu Hause versorgen und betreuen lassen, können profitieren.

Das hat das Bundesfinanzministerium in einem aktualisierten Anwendungsschreiben zu dem Paragrafen 35a des Einkommenssteuergesetzes (Estg) an die Finanzbehörden der Länder mitgeteilt. Der Paragraf 35a sieht vor, dass Ausgaben für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen auf Antrag die Einkommensteuerlast bis zu festgelegten Grenzbeträgen mindern. Für alle nachweisbaren Kosten, die einem Steuerzahler in Zusammenhang mit einer haushaltsnahen Dienstleistung entstehen, kann er eine Steuerermäßigung von 20 Prozent geltend machen. Der Betrag ist auf maximal 4.000 Euro pro Jahr begrenzt. Mit den beschlossenen Erweiterungen trägt das Ministerium diversen Urteilen des Bundesfinanzhofs Rechnung.

Übersicht über die wichtigsten Neuerungen:

  • Der Begriff „Haushalt“ kann künftig auch ein angrenzendes Grundstück umfassen, sofern eine haushaltsnahe Dienstleistung oder eine Handwerkerleistung dem eigenen Grundstück dient. Wie das Ministerium in seinem Schreiben ausdrücklich feststellt, können damit zum Beispiel Lohnkosten für den Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen vor dem eigenen Grundstück als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich berücksichtigt werden. Der Bundesfinanzhof hatte in einem Urteil entschieden, dass die Kosten für den Winterdienst vor dem eigenen Grundstück mit 20 Prozent von der Steuerschuld abziehbar seien. (BFH-Urteil vom 20.3.2014, VI R 55/12).
  • Erfreulich für Tierhalter: Auch Tierhalter, die sich den Luxus eigenen Personals für ihre Vierbeiner gönnen, können von dem Steuervorteil profitieren. Füttern, Fellpflege oder Ausführen sowie die „sonstige Beschäftigung des Tieres“ werden künftig ebenfalls als haushaltsnahe Dienstleistungen anerkannt.
  • Hausnotrufsystem: Steuerbegünstigt ist künftig außerdem auch ein Hausnotrufsystem, das im Rahmen des sogenannten „Betreuten Wohnens“ in einer Altenwohneinrichtung eingesetzt wird, um Hilfeleistung rund um die Uhr sicherzustellen. Notrufsysteme, die außerhalb des „Betreuten Wohnens“ genutzt werden, sind dagegen steuerlich nicht begünstigt.
  • Anschlusskosten: Auch Kosten für den Anschluss eines Hauses an Ver- und Entsorgungsnetze können steuerlich begünstigt sein, heißt es in dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums weiter. Allerdings betrifft das nur Leitungen, die innerhalb des Hauses verlegt werden müssen. Das können zum Beispiel Leitungen zum Empfang von Fernsehen oder Internet sein. Kosten für Maßnahmen, die auf gesetzlicher Grundlage von der öffentlichen Hand erbracht und abgerechnet werden, bleiben von der Begünstigung allerdings ausgenommen.
  • Prüfungskosten: Auch die Prüfung der ordnungsgemäßen Funktion einer Anlage im Haus ist künftig als steuerlich begünstigte Handwerkerleistung anerkannt. Als Beispiele werden in dem Ministeriumsschreiben Dichtheitsprüfungen von Abwasserleitungen, TÜV-Kontrollen an Fahrstühlen oder auch die Überprüfung von Blitzableitern genannt.


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