Magen-Darm-Grippe grassiert Norovirus breitet sich in Niedersachsen aus

Von Waltraud Messmann

Das Norovirus breitet sich in Niedersachsen aus. Die Infektion führt nach einer Inkubationszeit von 10 bis 50 Stunden zu starker Übelkeit, plötzlich einsetzendem Erbrechen, Bauchschmerzen und zu Durchfällen. Foto: Patrick Pleul dpa/lbnDas Norovirus breitet sich in Niedersachsen aus. Die Infektion führt nach einer Inkubationszeit von 10 bis 50 Stunden zu starker Übelkeit, plötzlich einsetzendem Erbrechen, Bauchschmerzen und zu Durchfällen. Foto: Patrick Pleul dpa/lbn

Osnabrück. Das Norovirus breitet sich in Niedersachsen aus. In den vergangenen vier Wochen sind bereits mehr als 450 Personen an der Magen-Darm-Grippe erkrankt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es nur rund 350 Neu-Ansteckungen. Nachdem das Virus auch in den Landkreisen Harburg und Stade sein Unwesen treibt, rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg.

Die Zahl der übermittelten Norovirus-Infektionen ist nach Angaben des Landesgesundheitsamts im Vergleich zu den Vorjahren hoch und ungewöhnlich früh in der Norovirus-Saison angestiegen, berichtet. Zwar sei die Anzahl der Meldung in dem letzten Wochenbericht leicht zurückgegangen, doch dies sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht als Entspannungssignal für die allgemeine Norovirus-Situation zu bewerten. „Es ist davon auszugehen, dass die Fallzahlen in den nächsten Wochen wieder ansteigen werden“, warnen die Experten.

Meldepflicht

Das Norovirus tritt vor allem im Winter auf und gehört nach Angaben des Robert Koch-Instituts zu den weltweit häufigsten Erregern für plötzlich auftretenden Brechdurchfall. Seit 2001 besteht laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) Meldepflicht für nachgewiesene Norovirus-Infektionen. Bis zu 50 Prozent aller nicht-bakteriellen Gastroenteritiden bei Erwachsenen und etwa 30 Prozent bei größeren Kindern gehen auf sie zurück. Bei Säuglingen und kleineren Kindern sind sie nach den Rotaviren die zweithäufigste Ursache für akute gastrointestinale Infektionen (Magen-Darm-Entzündungen) .

Die Infektion führt nach einer Inkubationszeit von zehn bis 50 Stunden zu starker Übelkeit, plötzlich einsetzendem Erbrechen, Bauchschmerzen und zu Durchfällen. Auch eine leicht erhöhte Körpertemperatur, Schüttelfrost und Kopfschmerzen sind möglich.

Komplikationen?

Treten keine Komplikationen auf und wird der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt gewissenhaft ausgeglichen, heilt Norovirus in der Regel ohne bleibende Schäden wieder aus. Komplikationen treten bei Norovirus nur auf, wenn die verlorene Flüssigkeit nicht ersetzt wird und so innere Organe Schaden nehmen. Das ist manchmal bei kleinen Kindern oder älteren Menschen der Fall. Sehr selten kann die Infektion zum Tod führen.

Ansteckungsgefahr

Die Ansteckungsgefahr ist sowohl bei direktem Kontakt mit erkrankten Personen als auch indirekt über gemeinsam genutzte Kontaktflächen (Türklinken oder Wasserhähne) außerordentlich hoch. Die Erreger sind sehr robust: Auf unbelebten Oberflächen können Noroviren bis zu sieben Tage überdauern. Eine Immunität bei den Betroffenen hält sich nur über eine sehr begrenzte Zeit nach Abklingen der Infektion.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt eine Reihe von möglichen Maßnahmen zum Schutz gegen Norovirus-Infektionen. Dazu gehören neben der Hände- und Toilettenhygiene auch die Vermeidung von Kontakt zu Erkrankten.

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