Funsportarten auf der Piste Nur Skifahren ist Schnee von gestern

Von Christian Schreiber

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Bäuchlings den Berg hinab: Airboards sind aufblasbare Schlitten. Auf präparierten Pisten sind bis zu 100 Stundenkilometer drin. Foto: Bernard van Dierendonck/AirboardBäuchlings den Berg hinab: Airboards sind aufblasbare Schlitten. Auf präparierten Pisten sind bis zu 100 Stundenkilometer drin. Foto: Bernard van Dierendonck/Airboard

Günzburg. Was waren das noch für Zeiten, als Schnee und Pisten ausschließlich den Skifahrern gehörten. Dann kamen mit den Snowboardern die ersten Pisten-Revoluzzer, die ein anderes Sportgerät hatten und neue Dinge im Schnee vollführten. Und in jüngster Zeit machen sich Funsportarten breit.

Sitzend oder Kopf voraus geht es die Piste runter. Fahrräder mit Monsterreifen ackern durch Steilhänge, selbst Roller und Skateboards sind mittlerweile schneetauglich. Oft weiß man nicht: Ist es Sport oder Spaß? In jedem Fall sind die Geräte eine Chance für Wintersport-Regionen und Liftbetreiber, die seit Jahren darüber klagen, dass immer weniger junge Leute Bock auf Schnee haben. Nicht alles, was die Industrie an (neuen) Geräten auf den Markt wirft, kommt dauerhaft an. Wir erklären die wichtigsten Fun-Sportarten der Saison – von Newcomer bis Klassiker – samt zugehöriger Hotspots in der Schweiz und Österreich.

Fatbikes: Diese Spezial-Mountainbikes sind ideal für Schneepisten. Dank der ultrabreiten Reifen federn sie Hindernisse einfach weg. Man kann sogar noch durch zentimetertiefen Schnee cruisen. Funktioniert natürlich auf Skipiste, Schlittelweg und Loipe, ist aber meist nicht erlaubt. Deswegen gibt es bereits Fatbike-Funparks. Lenzerheide (Rothorn) wirbt damit, den ersten in der Schweiz gebaut zu haben. Es gibt eine abgesperrte Piste mit Steilkurven und Sprüngen. Bikemiete rund 25 Euro, Tageskarte etwa 40 Euro. Wer Mehrtages-Skipass oder Saisonkarte besitzt, fährt umsonst. Außerdem: Zweieinhalbstündige Einsteigerkurse (info@bikeschule.ch) an der Rothorn-Bahn für rund 50 Euro inklusive Fatbike.

Snowbike: Die Kurvenlage ist so genial wie bei einem Motorrad. Dank der zwei hintereinander montierten Ski, die unter dem Sitz angebracht sind, kann man extrem zur Seite kippen und die Bewegungen mit den Füßen abfangen, an denen Mini-Ski befestigt sind. Pisten-Fahren ist fast überall erlaubt, das Snowbike gilt längst als Klassiker. Grächen im schweizerischen Wallis zählt zu den Hotspots in Europa, trägt im März zum zweiten Mal die Weltmeisterschaft aus. Zweistündige Einsteiger-Kurse an der Hannigalpbahn: rund 50 Euro. Snowbike-Miete: etwa 28 Euro/Tag.

Airboard: Auf dem aufblasbaren Schlitten saust man bäuchlings den Berg hinab. 100 Stundenkilometer auf präparierten Pisten sind kein Problem. Der neueste Trend: Optimierte Airboards kommen auch in Tiefschnee oder Harsch zurecht und eignen sich damit für Hochtouren. Eine der ersten Airboard-Pisten befindet sich auf dem Fronalpstock in Stoos (Zentralschweiz). Miete: rund 16 Euro/Tag. Kombinierte Schneeschuh-Airboard-Touren in Stoos: 5 Stunden, etwa 90 Euro.

Snake-Gliss: Rund ein Dutzend spezielle Kunststoff-Schlitten werden miteinander verbunden, und die Gruppe rutscht in Schlangenlinien den Hang hinab. Helm und Schutzausrüstung sind ratsam, weil ziemlich starke Fliehkräfte entstehen. Auf Pisten meist verboten. Spezielle Funparks gibt es vor allem in Frankreich, in dieser Saison wollen aber einige deutschsprachige Regionen nachziehen. Bereits etabliert: Rutschpark Trübsee ( Engelberg/ Schweiz ), wo der Eintritt für Skipass-Inhaber sogar gratis ist.

Snowscooter: Roller fahren auf Schnee – man steht mit herkömmlichen Schuhen ohne Bindung auf einem Trittbrett und hält sich am Lenker fest. Schwünge und Richtungswechsel sind mit Drifts oder Carving-Bewegungen möglich. Gerade für Snowboarder ist diese Sportart schnell zu erlernen. Auf der Piste ist Highspeed angesagt, in Funpark und Powder sind ordentliche Sprünge möglich. Top-Destination in Österreich ist Serfaus mit seinem Funcenter mitten im Skigebiet, wo auch Snowfox, Snowkart, Snowbike oder Monoski bereit stehen.

Snowskates: Existierten bis vor Kurzem nur als Eigenbau. Skateboarder ersetzen die Rollen an ihren Brettern durch Monoskier. Es gibt keine Bindung, man befestigt eine Schnur an seinen Beinen, damit das Brett bei einem Sturz nicht davonsaust. Obwohl mittlerweile die Industrie aufgesprungen ist, handelt es sich um ein exotisches Vergnügen. Snowskater sieht man allenfalls in Funparks, vornehmlich in Tirol. Als Hotspots gelten die Innsbrucker Nordkette und das Zillertal , wo es seit Neuem auch einen Snowskate-Park in Mayrhofen gibt.

Snowbraker:Freeride-Schlitten klingt nicht mehr nach Kinderabfahrt vor der heimischen Haustüre. Die Hightech-Geräte, die es erst seit wenigen Jahren gibt, erinnern nur noch in Ansätzen an klassische Holzmodelle. Sie verfügen über breite Auflageflächen, die den Fahrer auch im Tiefschnee oben halten. Dank zuverlässiger Brems- und Steuertechnik sind Freeride-Abfahrten im hochalpinen Gelände möglich. In Vorarlberg (Bödele, Damüls) kann man bereits Kombi-Touren mit Schneeschuhen für den Aufstieg buchen.

Snowtubing/Snowrafting: Snowtubing heißt übersetzt Reifenrodeln. Das kennt man noch aus der eigenen Jugend, allerdings hat es in den vergangenen Jahren ganz neue Dimensionen angenommen. Wintersportgebiete wie Ötztal und Kühtai schaffen eigene Rutschbahnen, die vereist werden, damit es noch schneller bergab geht. XXL-Reifen für drei oder vier Personen kommen zum Einsatz. Die Steigerung ist Snowrafting, bei dem ganze Gruppen in Gummibooten den Hang runtersausen. Seefeld , ebenfalls in Tirol, bietet den Spaß jeden Mittwoch am Geigenbühel an.


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