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Eiskratz-Saison hat begonnen Wie kriege ich das Eis von der Autoscheibe?

Von Waltraud Messmann

Frieren im Winter die Autoscheiben zu, heißt es Eis kratzen. Doch welche Methode ist dei beste? Foto: Gert WestdörpFrieren im Winter die Autoscheiben zu, heißt es Eis kratzen. Doch welche Methode ist dei beste? Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Für Autofahrer hat die Eiskratz-Saison begonnen. Doch mit welcher Methode kann man Autoscheiben am besten von der Eisschicht befreien? Was ist von Enteisersprays und Eiskratzern zu halten? Und wie kann ich Türschlösser und Dichtungen vor dem Zufrieren schützen?

Grundsätzlich gilt, dass ein kleines Guckloch in der Windschutzscheibe nicht reicht, um das Auto sicher zu bewegen. Stattdessen sollten neben allen Scheiben auch Scheinwerfer, Blinker, Rückleuchten und die Motorhaube vom Schnee befreit werden. Sonst winken 10 Euro Bußgeld. Die gleiche Summe wird für das Warmlaufenlassen des Motors fällig. Noch teurer kann es sogar werden, wenn Scheinwerfer, Rücklichter oder Blinker nicht vom Schnee befreit wurden. Da das Auto dann für andere Verkehrsteilnehmer nicht gut erkennbar ist und eine erhöhte Unfallgefahr besteht, kann das bis zu 35 Euro kosten.

  • Abdeckfolie verwenden: Optimal ist es, wenn die Scheiben erst gar nicht vereisen. Das kann man mit dem Gebrauch einer Abdeckfolie verhindern. Man legt sie abends über die Fenster und entfernt sie am Morgen. Dann hat man sofort freie Sicht. Abdeckfolien kann man in Baumärkten kaufen.
  • Eiskratzen: Der Eiskratzer sollte aus Kunststoff sein. Metallspachtel sind ungeeignet, weil sie auf der Scheibe Kratzer hinterlassen können. Zum Entfernen einer dicken Eisschicht sollte der Eiskratzer eine Sägezahnkante haben. Wichtig ist auch einen glatte Eisschabekante sowie eventuell eine Gummilippe zum Entfernen von Wasserfilmen. Das Eis sollte zunächst waagerecht mit der gezahnten Seite und dann vorsichtig mit der glatten Seite von oben nach unten bearbeitet werden. Da sich in der Eisschicht auf dem Autofenster häufig Schmutzpartikel einlagern, sollte man die Scheibe schon beim Abstellen des Fahrzeugs am Abend zum Beispiel mit Hilfe der Wischwasseranlage reinigen. Sonst könnten die Schmutzpartikel im Eis beim Schaben feiner Kratzer auf der Scheibe hinterlassen. Auch die Gummilippen der Scheibenwischer sollten gereinigt werden, da sich dort ebenfalls Schmutz festsetzt und für Kratzer sorgen kann.
  • Enteiserspray: Enteiserspray enthält Alkohol und andere Stoffe, die das Eis möglichst sanft schmelzen lassen. Das enthaltene Glykol sollte weder Gummidichtungen noch Lacken schaden. Ein qualitativ hochwertiges Produkt stoppt auch die Wiedervereisung der Scheiben. Der ADAC rät, nur namhafte Produkte zu verwenden. Man muss sich allerdings darüber klar sein, dass Enteiserspray ein chemisches Produkt ist und die Umwelt belastet. Bei harten Eisschichten empfehlen Experten den Einsatz von Scheibenentfroster und Eiskratzer.
  • Heißes Wasser: Der Einsatz von heißem Wasser ist risikoreich. Aufgrund des Temperaturunterschieds können die vereisten Scheiben Risse bekommen oder im schlimmsten Fall sogar springen.
  • Scheibenwischanlage: Manchmal wird geraten, Scheibenwischwasser mit Spülmittel oder Spiritus anzureichern. Experten warnen aber davor: Die Reinigungsleistung sei nicht ausreichend und es bestehe die Gefahr, dass eine solche Mischung Schaden anrichtet.
  • Beheizbarer Eiskratzer: Der ADAC hält nichts von sogenannten beheizbaren Eiskratzern. Sie seien nicht warm genug wird, um eine wirkliche Hilfe zu sein, heißt es auf der Webseite des Automobilclubs. Außerdem bestehe die Gefahr, dass die Autoscheiben wegen des großen Temperaturunterschieds zwischen heißem Eiskratzer und eiskalten Scheiben springen.
  • Beheizbare Türschloss-Enteiser: Auch diese werden nach Angaben des ADAC oft nicht heiß genug. Es sei besser, die Türschlösser mit geeigneten Pflegemitteln zu behandeln. Dies sollte am besten gleich nach einer Fahrzeugwäsche gemacht werden, damit im Schloss verbliebenes Wasser verdrängt werde und später nicht gefrieren könne.
  • Türdichtungen: Damit Sie nicht vor zugefrorenen Türen stehen, empfiehlt der ADAC spezielle Pflege-Stifte auf Silikonbasis für die Gummidichtungen, die die Einfrier-Neigung von Türen und Heckklappe reduzieren.
  • Scheibenwischer: Sind die Scheibenwischer angefroren, ist Vorsicht angesagt. Durch einen leichten Druck auf die Arme der Wischer kann man versuchen, das Eis zu zerbrechen. Dann erst die Wischerarme hochklappen und die Eisreste entfernen. Wer an den Wischern zieht, riskiert Schäden an der Gummilippe.