Würfelspiel von Schmidt Spiele Will man „Noch mal!“ wirklich noch mal spielen?

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„Noch mal!“ ist ein Spiel, das man tatsächlich gerne noch mal spielen möchte. Foto: Karsten Grosser„Noch mal!“ ist ein Spiel, das man tatsächlich gerne noch mal spielen möchte. Foto: Karsten Grosser

Osnabrück. Es braucht schon Selbstbewusstsein, um ein Spiel „Noch mal!“ zu nennen. Schließlich verspricht ein solcher Titel eine gewisse Qualität. Wir prüfen also: Nehmen die Autoren Inka und Markus Brand sowie der Verlag Schmidt Spiele den Mund zu voll? Wäre vielleicht „Nie wieder!“ besser gewesen? Nein, auf gar keinen Fall!

Die Brands aus Gummersbach sind so etwas wie die Vorzeigefamilie unter den Spieleautoren. Sie sprühen vor Kreativität, entwickeln Neuheiten vom Kinder- bis zum Kennerspiel, räumen Preise ab – und ihre beiden Kinder haben auch schon erste Titel veröffentlicht. Nun legen Inka und Markus Brand ein einfaches Würfelspiel vor, dessen Namensfindung wohl auf die Kommentare vieler Testspieler am Ende einer Partie fußt: „Noch mal!“

So geht‘s: Jeder Spieler hat ein eigenes Blatt mit einem Mosaik bunter Flächen, die jeweils aus ein bis sechs Kästchen bestehen. Punkte gibt es, wenn alle Kästchen einer Spalte oder alle Felder einer Farbe angekreuzt sind. Wer dabei schneller ist als die Mitspieler, kassiert besonders viele Punkte. Allerdings darf man immer nur Felder ankreuzen, die zur selben Fläche gehören und benachbart zu schon ausgefüllten Kästchen liegen.

Weitere Einschränkungen geben die Würfel vor. Wer dran ist, darf sich jeweils einen der jeweils drei Zahlen- und Farbwürfel aussuchen und muss dann entsprechend viele Felder der ausgewählten Farbe ankreuzen. Joker helfen mitunter weiter, sind aber limitiert. Wer nicht gewürfelt hat, darf sich eine Kombination aus den vier übrigen Würfeln aussuchen und Kreuze machen. Sobald jemand sämtliche Kästchen zweier Farben markiert hat, wird abgerechnet.

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Spielwert: Einer würfelt und alle anderen können profitieren – mit diesem Prinzip haben zuletzt schon „Qwixx“ von Steffen Benndorf und „Qwinto“ vom Duo Uwe Rapp/Bernhard Lach überzeugt. Auch bei „Noch mal!“ sind stets alle fokussiert. Jeder will beim Wettrennen um die satten Punkte für Spalten- und Farbwertungen vorne sein. Aber mit welcher Taktik?

Ausgehend von der Mitte streben viele nach außen, wo es hohe Punktzahlen für die Spalten gibt. Zieht es bereits zwei nach rechts, könnte zunächst ein Ausflug nach links lohnend sein. Um sich schnell auszubreiten, sind hohe Zahlen gut. Doch bloß nicht die Flächen mit wenigen Kästchen vergessen. Gegen Ende zahlt es sich aus, Joker aufgespart zu haben, um Lücken füllen zu können. Dann wandert der Blick auf die Blätter der Nachbarn: Wie viele Kästchen fehlen denen noch, um eine Spalte abzuschließen? Um die letzten Felder einer Farbe anzukreuzen? Plötzlich ergeben sich viele kleine Wettläufe. Das ist spannend. Und mitunter auch emotional. Wir verfluchen die Würfel, wenn nicht die richtige Farbe fällt. Wir ärgern uns, wenn die anderen mal wieder etwas schneller waren. Wir jubeln, wenn wir mit einem Wurf drei Spalten und eine Farbe dichtmachen können. Und wir geben uns mit einer Partie nicht zufrieden. Trotz der stets gleichen Herausforderung ist der Titel „Noch mal!“ tatsächlich Programm. Zum Glück ist der Block ziemlich dick.

Würfelwert: 5 (stark)

Noch mal! (Schmidt Spiele) von Inka und Markus Brand ist für 1 bis 6 Spieler ab 8 Jahren. Eine Partie dauert etwa 20 Minuten. Etwa 12 Euro.

Weitere Spielekritiken finden Sie auf der Spielekenner-Themenseite.


Legende der Würfelnoten:

1 = schwach

2 = mittelmäßig

3 = ordentlich

4 = gut

5 = stark

6 = genial

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