Weltvegantag 2016 Verbrauchschützer: Neue Regeln für Alternativprodukte

Von Waltraud Messmann

Brötchen mit Käseimitat dürfen nicht „Käsebrötchen“ heißen, sondern „Brötchen mit Belag aus Pflanzenfett“. Foto: imago/Rainer UnkelBrötchen mit Käseimitat dürfen nicht „Käsebrötchen“ heißen, sondern „Brötchen mit Belag aus Pflanzenfett“. Foto: imago/Rainer Unkel

Osnabrück. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ist der Ansicht, dass die Bezeichnung und Kennzeichnung von vegetarischen und veganen Alternativprodukten auf dem Lebensmittelmarkt in der Deutschen Lebensmittelbuchkommission geregelt werden sollte.

Anlässlich des heutigen Weltvegantages sagte Stephanie Wetzel, Lebensmittelexpertin des vzbv, im Gespräch mit unserer Redaktion: „Auch bei vegetarischen und veganen Alternativprodukten zu Fleisch und anderen tierischen Produkten müssen Verbraucher auf einen Blick verstehen können, welche Art von Produkt sie vor sich haben.“ Im Rahmen eines Leitsatzes wäre dies möglich.

Vegetarische Salami

Das Thema brennt auch der CDU- Niedersachsen auf den Nägeln. Sie sprach sich unlängst dafür aus, Fleischbezeichnungen bei vegetarischen Produkten abzuschaffen. Vegetarische Salami oder Bratwürste ohne Fleisch sollten nicht mehr so heißen dürfen, forderte der CDU-Verbraucherschutzpolitiker Frank Oesterhelweg. Der Landwirtschaftsausschuss des Landtags wurde beauftragt, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Anlass ist der Erfolg vegetarischer Produkte, die in Aussehen, Struktur und Geschmack an Fleisch erinnern. Vor allem die Rügenwalder Mühle aus Bad Zwischenahn konnte mit Salami, Schnitzeln, Currywurst und Frikadellen – meist aus Hühnereieiweiß – Umsatz machen. Andere Hersteller zogen inzwischen nach.

Skandal um Analogkäse

Beim Käse hat es seine solche Klarstellung nach dem Skandal um Analogkäse im Jahr 2009 bereits gegeben. Das Käseimitat auf pflanzlicher Basis war damals zunächst ohne spezielle Kennzeichnung verkauft worden. Die Bezeichnung „Käse“ ist inzwischen aber für echten Käse aus Milch reserviert, heißt es auf der Webseite Lebensmittelklarheit.de des vzbv. Imitate dürften keinesfalls „Käse“ heißen oder Käse als Wortbestandteil enthalten. Begriffe wie „Käseimitat“, „Analogkäse“, „Käseersatz“ und „Kunstkäse“ seien zwar im Sprachgebrauch üblich, als Bezeichnung jedoch verboten. Sobald ein Milchbestandteil teilweise ersetzt werde, zum Beispiel Milchfett durch pflanzliche Öle bzw. Fette, dürfe die Bezeichnung „Käse“ – auch in Wortbestandteilen nicht mehr verwendet werden, betonen die Verbraucherschützer.

„Brötchen mit Belag aus Pflanzenfett“.

Bei loser Ware und in der Gastronomie muss die Verwendung von Analogkäse in der Beschreibung des Lebensmittels im Aushang, in der Speisekarte oder auf einem der Ware zugeordneten Schild stehen. So dürfen beispielsweise Brötchen mit Käseimitat nicht „Käsebrötchen“ heißen, sondern

„Brötchen mit Belag aus Pflanzenfett“.