Winterreifenpflicht in Deutschland 2017 Reifenwechsel auf Winterreifen sollte jetzt erfolgen

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Der ADAC empfiehlt, dass das Profil von Winterreifen mindestens vier Millimeter tief sein sollte. Foto: Franziska Gabbert/dpaDer ADAC empfiehlt, dass das Profil von Winterreifen mindestens vier Millimeter tief sein sollte. Foto: Franziska Gabbert/dpa

Osnabrück. Von O bis O – von Oktober bis Ostern gilt die allgemein gebräuchliche Regel für den Wechsel auf Winterreifen. Wenn Sie die Winterreifen also noch nicht aufgezogen haben, dann machen Sie jetzt den Reifenwechsel. Warum, erklärt Katja Legner, Pressesprecherin des ADAC.

In seinem Winterreifentest hat der ADAC herausgefunden, dass Ganzjahresreifen keine echte Alternative zu echten Winterreifen sind. Katja Legner, Pressesprecherin des ADAC, hat den ADAC-Winterreifentest betreut und weiß: „Der Ganzjahresreifen muss den Spagat zwischen Sommer und Winter schaffen.“ Dies sei nur dem „Michelin Cross Climate“ und Vredestein Quatrac 5“ mit der Note „befriedigend“ gelungen.

Legner empfiehlt auf Anfrage unserer Redaktion: „Die Ganzjahresreifen eigenen sich für diejenigen, die je nach Wetter auch mal auf das Auto verzichten können.“ Ein Ganzjahresreifen könne nie so gut sein wie ein richtiger Winterreifen. Wer jeden Tag auf sein Auto angewiesen ist, der solle einen echten Winterreifen aufziehen.

Deswegen jetzt Reifenwechsel auf Winterreifen

Und das sollte möglichst bald geschehen, denn besonders gegenüber Sommerreifen bieten Winterreifen auch ohne Schnee und Eis einen deutlich höheren Schutz. Die Gummi-Mischung von Sommerreifen verhärtet schon bei niedrigen Plus-Graden. So kann sich der Bremsweg merklich verlängern. Die Gummi-Mischung der Winterreifen ist an die niedrigeren Temperaturen angepasst und verkürzt den Bremsweg gegenüber Sommerreifen deutlich. So lassen sich schon im Oktober, in dem die Temperaturen oft bis nahe an die 0° Celsius fallen, viele Auffahrunfälle vermeiden. Auch der Bremsweg von Ganzjahresreifen sei kürzer als der von Sommerreifen. Noch besser seien aber Winterreifen. Genaue Angaben über die Länge der Bremswege konnte der ADAC aber nicht machen.

Gesetzliche Regelungen

Eine umfassende Übersicht über die gesetzlichen Regelungen finden Sie hier: Winterreifenpflicht in Deutschland: Wie sind die Regeln?

Auch eine erhöhte Profiltiefe kann Unfälle vermeiden. Die liegt zwar bei Winterreifen und Sommerreifen laut Gesetz gleichermaßen bei 1,6 Millimetern, aber der ADAC empfiehlt für Winterreifen mindestens vier Millimeter. Auch das Alter der Reifen müsse beachtet werden. Nach etwa sechs Jahren werde die Gummimischung zu hart und die Reifen verlieren ihren Halt.

Seit 2010 besteht in Deutschland das Gesetz zur situativen Winterreifenpflicht. Das bedeutet: Nur bei Schnee- und Eisglätte sind Winterreifen Pflicht. Ist die Straße trocken, darf auch im Winter mit Sommerreifen gefahren werden.

Winterreifen müssen aber mit dem M+S-Symbol (Matsch und Schnee) gekennzeichnet sein. Der ADAC empfiehlt Reifen, die zusätzlich mit einem Schneeflockensymbol (Three-Peak-Mountain-Snowflake-Symbol) gekennzeichnet sind. Diese wurden in einem wetlweit anerkannten Testverfahren geprüft. Wer bei Schnee und Eisglätte ohne Reifen mit M+S-Markierung unterwegs ist, der riskiert ein Bußgeld von 40 Euro. Werden wegen der falschen Bereifung zusätzlich noch andere Verkehrsteilnehmer geschädigt, kann das Bußgeld auf 80 Euro steigen. „Auch die Kasko-Versicherung kann einen Teil der Leistungen mit der Begründung: „Grob fahrlässiges Verhalten“ verweigern“, erklärt Pressesprecherin Katja Legner.

Lesen Sie weiter: Checkliste für den Winter: So machen Sie Ihr Auto winterfest.


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