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Immer mehr Clown-Attacken Rechtsexperte warnt: Horror-Clowns kann Strafe drohen

Von Waltraud Messmann

Grusel-Clowns versetzen inzwischen auch in Deutschland Menschen in Angst und Schrecken. Foto: AFP / Yuri CORTEZGrusel-Clowns versetzen inzwischen auch in Deutschland Menschen in Angst und Schrecken. Foto: AFP / Yuri CORTEZ

Osnabrück. In Deutschland treiben immer mehr Grusel-Clowns ihr Unwesen. Der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke warnt die gruselig kostümierten Horror-Clowns vor rechtlichen Konsequenzen, wenn ihren Opfern etwas zustößt. Täter dürften mit keinerlei Nachsicht rechnen, betont Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Das sogenannte Clownsighting hat seinen Ursprung in den USA. Die gruseligen, blutverschmierten Clowns stehen oft am Straßenrand oder laufen Menschen nach, die sich dann zu Tode erschrecken. „Dieser Spaß“ ist für Passanten und Autofahrer keineswegs so witzig und kann mitunter zu sehr bedrohlichen Situationen führen und rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen“, warnt Solmecke.

Fahrlässige Körperverletzung

Das Erschrecken von Passanten selbst sei in Deutschland zwar grundsätzlich nicht strafbar, sagt der Experte. „Allerdings muss sich der Grusel-Clown möglicherweise wegen fahrlässiger Körperverletzung oder gar Tötung verantworten, wenn sein Opfer beispielsweise durch den Schreck einen Herzinfarkt erleidet.“ Wenn der Clown zusätzlich mit einem Messer oder einer anderen Waffe drohe, sei eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr möglich.

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Gern springen Killer-Clowns auch unvermittelt auf die Straße. Das kann zu einem Unfall führen. Nach Angaben von Solmecke sei das dann ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, der mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden könne.

Darf sich ein Opfer wehren?

Und darf sich ein Opfer wehren? Bei einem rechtswidrigen Angriff grundsätzlich ja , meint der Experte. Allerdings müsse er zum relativ mildesten Mittel greifen. „Das heißt, dass bei zwei gleicheffektiven Mitteln, das Mittel genommen werden muss, das den Angreifer am wenigsten schädigt.“

Und wenn objektiv gar keine Notwehrlage bestand, weil der Horrorclown nur aus Spaß mit einem Plastikmesser rumhantiert hat? „Dann ist eine Verurteilung nur möglich, wenn die angegriffene Person dies auch erkennen konnte. Häufig kommt hier eine Strafbarkeit wegen Fahrlässigkeit in Betracht“, erläutert Solmecke.

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