Hype auch in der Region Osnabrück Warum trinken mittlerweile so viele Menschen Gin-Tonic?

Gin-Tonic ist derzeit buchstäblich in aller Munde. Das Getränk erlebt seit einigen Jahren einen Hype in Deutschland – auch in der Region Osnabrück. Symbolfoto: Colourbox.deGin-Tonic ist derzeit buchstäblich in aller Munde. Das Getränk erlebt seit einigen Jahren einen Hype in Deutschland – auch in der Region Osnabrück. Symbolfoto: Colourbox.de

Osnabrück. Gin-Tonic ist derzeit buchstäblich in aller Munde. Das Getränk erlebt seit einigen Jahren einen Hype. Auch in der Region Osnabrück sind viele auf den Geschmack gekommen.

Freunde verabreden sich zu Gin-Tastings, einige Bars führen mittlerweile mehr Gin- als Biersorten und in Supermärkten sind ganze Regale reserviert für die klare Wacholder-Spirituose: Gin hat dem früheren Modegetränk Wodka den Rang abgelaufen. Er ist zu einem echten Trenddrink geworden – auch in und um Osnabrück.

Im Landkreis Osnabrück wird nicht nur Gin getrunken, er wird auch hier produziert: Aus Georgsmarienhütte kommt mit dem „O49“ ein regionaler Gin . Rene Strothmann, einer der Geschäftsführer der Spirit49 GmbH , ist sich sicher: „Ja, wir haben einen absoluten Gin-Hype.“

Startschuss für die Ginbegeisterung

Wie kam es dazu? Strothmann hat einen Erklärungsansatz: Über Jahrzehnte sei der Gin-Markt von Platzhirschen wie Gordons, Bombay, Beefeater und Tanqueray dominiert worden. „Dann kam mit Hendricks aus Schottland im Jahr 2000 und in Deutschland mit Monkey 2008 ein Typus Gin auf den Markt, der deutlich aromatischer aber auch milder war.“

Dies schien wie der Startschuss für die Gin-Begeisterung in Deutschland. „Alle Gins, die diesem Sog folgten, legten mehr Wert auf die Betonung der geschmacksgebenden Bestandteile. Die Klassiker stellten vornehmlich die Wacholdernote heraus“, so Strothmann. „Wir haben uns mit O49 ganz bewusst von diesem Trend zu den milden, eher lieblichen Produkten distanziert und einen kräftigen und noch mit klassischer Wacholdernote ausgestatteten Gin kreiert.“

Fast jede Region hat ihren Gin

Durch den anhaltenden Trend ist eine Fülle an deutschen Gins entstanden. Fast jede deutsche Region hat ihren eigenen Gin: Aus Hamburg kommt der „Gin Sul“, aus dem Rheinland der „Siegfrieds Dry Gin“, in Ostwestfalen werden der „Gin Lossie“ und der „Friedrichs Dry Gin“ destilliert. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Strothmann: „Die milderen und zum Teil geschmacklich deutlich unterschiedlichen Gins haben die Barkeeper inspiriert, neue Zielgruppen für den Gin-Tonic erschlossen und so eine Dynamik ausgelöst, die ungebrochen anhält.“

Absatz im Einzelhandel steigt

Diese Dynamik ist nicht nur ein subjektiver Eindruck. Sie lässt sich auch durch Zahlen belegen. Zwischen 2014 und 2015 stieg der Absatz von Gin-Flaschen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel von rund sechs Millionen auf rund 6,9 Millionen Flaschen im Jahr 2015 (Größe 0,7 Liter, Quelle: statista.com ). Die Suchanfragen der Nutzer bei Google zu dem Begriff „Gin Tonic“ steigen seit 2008 stetig.

Ausdruck eines wachsenden Geschmacksempfindens

Diesen Gin-Trend hat sich auch Jan Hoberg aus Minden zunutze gemacht. Zusammen mit Mohamad Abdallah hat er das Start-Up „Project G&T“ gegründet. Das Unternehmen versendet Gin mit dem passenden Tonic und Gläsern in einer Geschenkbox. „Uns gibt es seit März 2016“, sagt Hoberg. „Und derzeit verdoppeln wir unseren Umsatz beinahe jeden Monat.“

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Für den 32-Jährigen liegt das steigende Interesse am Gin nicht in der Spirituose selbst begründet, sondern ist Ausdruck eines wachsenden Geschmacksempfindens. „Es gibt bei Gin himmelweite Unterschiede in Qualität und passendem Tonic-Water. Gerade diese Kombinationen für sich zu entdecken, macht den Reiz aus.“ In der Tat gleicht die Zubereitung eines Gin-Tonic mit Eis, Dekoration und Gewürzen in vielen Fällen einer Zeremonie, die Zeit braucht, egal ob der Barkeeper den Drink macht oder man ihn für sich selbst zubereitet. Für die jungen Unternehmer aus Minden steht jedenfalls fest: „Die Liebe zu Gin und Tonic wird uns noch lange erhalten bleiben.“


Gin-Tonic

Gin-Tonic kann ein wirklicher Genuss sein, wenn es in Maßen getrunken wird. Da der Drink aber zu erheblichen Teilen Alkohol enthält, sollte er nur bewusst getrunken werden. Alkohol führt schnell in die Abhängigkeit. Sollten Sie bei sich oder Bekannten erste Anzeichen für eine Alkoholabhängigkeit feststellen, sollte sie umgehend einen Arzt kontaktieren. Hilfe kann auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geben.

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