Tarantel-Schwester ist bissig Giftige Kräuseljagdspinne nun in Deutschland zuhause

Die Kräuseljagdspinne kriecht gerne in beheizte Wohnhäuser. Symbolfoto: Gil Menda/Hoy Lab/dpaDie Kräuseljagdspinne kriecht gerne in beheizte Wohnhäuser. Symbolfoto: Gil Menda/Hoy Lab/dpa

Osnabrück. Die giftige Kräuseljagdspinne ist nun auch in Deutschland zuhause. Sie ist verwandt mit der Tarantel und sieht wegen ihrer vielen Haare aus wie eine Vogelspinne. Die Kräuseljagdspinne erlegt ihre Beute mit giftigen Bissen ihrer Kieferklauen. Wie wirkt das Gift auf den menschlichen Körper?

Seit 2005 wurden laut der Zeitschrift „Stern“ mehrere Kräuseljagdspinnen in Deutschland gesichtet. Zunächst sei sie nur im Oberrheintal unterwegs gewesen, nun teilten Forscher der zoologischen Staatssammlung München (ZSM) mit, die Kräuseljagdspinne auch in München gefunden zu haben. Die Spinne gehört der Familie der Wolfsspinnen an und mag es eigentlich eher warm. Ihre ursprünglichen Verbreitungsgebiete sind der Mittelmeerraum, Südafrika, Australien, Neuseeland, Japan, Korea und China. In Deutschland kriecht die Spinne deswegen gerne in beheizte Gebäude hinein und lässt ich dort nieder.

Allergische Reaktionen

Besorgt sein müssen Hausbewohner in der Regel aber nicht. Wie das TV-Magazin „Galileo“ berichtet, bestehe keine Gefahr, denn die Kiefer der Spinne könnten nur ganz selten die menschliche Haut durchdringen. Wie im Spinnen-Lexikon steht, könne das Gift den Menschen ohnehin nicht ernsthaft gefährden. Allerdings könnte das Gift beim Menschen eine allergische Reaktion hervorrufen.

Laut dem Spinnen- Lexikon gibt es insgesamt 77 Arten von Kräuseljagdspinnen, die in zwölf Gattungen unterteilt sind. Alle Kräuseljagdspinnen hätten einen wolfspinnenähnlichen Körperbau. Es handele sich zudem um frei jagende Spinnenarten. Die Tiere bauen also keine Netze, um ihre Beute zu fangen. Von den Wolfspinnen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie eine feine Fangwolle statt groben Klebefäden erzeugen.

„In Zukunft ist vermehrt mit der Einwanderung wärmeliebender Arten zu rechnen“, weist Stefan Schmidt von der ZSM im Gespräch mit der „Welt“ auf die steigenden Temperaturen in Deutschland hin.


0 Kommentare