Keine Krankheitserreger Was Eltern über Kopfläuse wissen müssen

Von Sven Kienscherf

Kopfläuse sind hartnäckig. Ihre Eier, die sogenannten Nissen, befestigen sie mit einer Art Superkleber auf dem Kopf des Wirts. Foto: imagoKopfläuse sind hartnäckig. Ihre Eier, die sogenannten Nissen, befestigen sie mit einer Art Superkleber auf dem Kopf des Wirts. Foto: imago

Osnabrück. Kopfläuse sind unangenehm: Die Haut juckt. Grund zur Panik besteht allerdings nicht, wenn ein Befall festgestellt wird. Krankheiten übertragen Läuse nämlich nicht. Acht Antworten auf die wichtigsten Fragen.

1. Wie werden Läuse übertragen?

Läuse werden in der Regel von Kopf zu Kopf über Haarkontakt übertragen, andere Übertragungswege sind die Ausnahme. Die Eier der Läuse, die sogenannten Nissen, sind mit einer Art Superkleber auf dem Menschenkopf befestigt. Nur dort finden die Nissen die notwendigen Lebensbedingungen, das Gleiche gilt für die Läuse selbst. In der Regel verlassen sie ihren Wirt nicht freiwillig. Die Übertragung von Läusen über Mützen, Kissen und Kopfstützen wird von der Deutschen Pediculosis Gesellschaft als unwahrscheinlich bezeichnet, da die Tiere nach etwa fünf Stunden ohne Blutmahlzeit absterben. Über Haustiere werden übrigens keine Läuse übertragen.

2. Was sind Hinweise auf Kopfläusebefall?

Wenn im näheren Umfeld wie beispielsweise Kita oder Schule Kopflausbefall bekannt wird, sollten die Köpfe aller Familienmitglieder untersucht werden. Das Jucken der Kopfhaut kann ein Hinweis auf die Blutsauger sein. Der Juckreiz entsteht, weil die Läuse beim Blutsaugen Speichel in die Kopfhaut absondern. Allerdings geht Läusebefall nicht zwangsläufig mit Kopfjucken einher.

3. Wie untersuche ich den Kopf auf Läuse?

In das nasse Haar wird eine normale Pflegespülung einmassiert, die nicht ausgespült wird. Mit einem Läusekamm, den es in der Apotheke oder im Sanitätshaus gibt, wird das Haar vom Ansatz Strähne für Strähne bis zu den Haarspitzen durchgekämmt. Der Kamm wird an Küchenpapier abgestrichen. Bei Befall finden sich darauf Läuse, Larven oder Eier. Die Läuse sind gut 3 Millimeter groß und leicht zu erkennen. Die Eier sind weniger als ein Millimeter groß. (Weiterlesen: Das Kindergarten-Abc: Von A wie Abholen bis Z wie Zähneputzen)

4. Sind Kopfläuse gefährlich?

Nein. Kopfläuse übertragen keine Krankheiten. Läuse sind unangenehm, aber kein Grund zur Panik.

5. Wer bekommt Kopfläuse?

Besonders gefährdet sind Kinder, die in Schule, Kita, Freundeskreis oft die Köpfe zusammenstecken und insgesamt weniger körperlichen Abstand zu anderen Menschen halten als Erwachsene. Studien zufolge sind Mädchen öfters betroffen als Jungen, da sie die Köpfe noch häufiger zusammenstecken als Jungen. Hygiene spielt bei der Übertragung übrigens keine Rolle. Das regelmäßige Haarewaschen verhindert keinen Kopflausbefall.

6. Wie werde ich die Läuse wieder los?

Auch ohne Rezept gibt es in der Apotheke diverse Mittel. Am besten lässt man sich vom Apotheker beraten. Mit einer einmaligen Behandlung ist es nicht getan. Nach acht, neun oder zehn Tagen sollte die Behandlung wiederholt werden. Das gilt laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für alle Läusemittel, auch wenn in den Gebrauchsanweisungen etwas anderes versprochen wird. Zusätzlich zur Behandlung sollte das Haar alle vier Tage sorgfältig ausgekämmt werden, um nachschlüpfende Larven zu erwischen. Behandelt werden sollten aber nur Familienmitglieder, die tatsächlich von Läusen befallen sind. Eine vorsorgliche Behandlung ist nicht sinnvoll.

7. Müssen Kuscheltiere und Kleidung vier Wochen in abgeschlossenen Plastiktüten verpackt werden?

Nein. Diese vermeintliche Regel ist überholt. Kopfläuse und ihre Larven sterben nach kurzer Zeit ab, wenn sie keine Nahrung bekommen.

8. Dürfen Kinder mit Kopfläusen in Schule, Kindergarten etc.?

Nein. Außerdem müssen Eltern den Einrichtungen, in denen ihre Kinder betreut werden, mitteilen, wenn die Kinder Läuse haben. Eine Meldepflicht der Eltern beim Gesundheitsamt gibt es allerdings nicht. Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen müssen aber das Gesundheitsamt benachrichtigen.

Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Robert-Koch-Institut, Deutsche PediculosisGesellschaft.

Hier finden Sie eine Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema Kopflaus.