Offizielle Exorzisten in Italien Katholische Kirche beschäftigt 250 Teufel-Austreiber

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In Italien gibt es fast in jedem Bistum einen Exorzisten. In Deutschland hingegen in keinem. Foto: dpaIn Italien gibt es fast in jedem Bistum einen Exorzisten. In Deutschland hingegen in keinem. Foto: dpa

Osnabrück. Fünf Familienmitglieder einer koreanischen Familie stehen seit Montag, 10. Oktober 2016, wegen einer tödlich geendeten Teufelsaustreibung vor Gericht. Die Angeklagten sollen Christen sein – mit buddhistischen und schamanistischen Einflüssen. In der katholischen Kirche ist der Exorzismus gang und gäbe. Es gibt eine Exorzistenvereinigung.

Die fünf Verdächtigen hatten laut Anklageschrift versucht, einer 41-jährigen Frau in einem quälenden Gewaltexzess Dämonen austreiben. Dabei erstickte die Frau jedoch nach massiver Gewaltauswirkung auf Brustkorb und Hals. Der Exorzismus (lateinisch: das Hinausbeschwören) ist in der katholischen Kirche keine Seltenheit. Es gibt eine vom Vatikan offiziell anerkannte Vereinigung der Exorzisten.

Lesen Sie hier den Artikel zum Prozessauftakt am 10. Oktober 2016: Teufelsaustreibung: Fünf Familienmitglieder wegen Mordes vor Gericht.

Exorzismus in der katholischen Kirche

In der katolischen Kirche werden regelmäßig Teufel und Dämonen ausgetrieben. Diese Aufgabe übernimmt unter anderem die „Internationale Vereinigung der Exorzisten“ (Aie). Sie ist am 13. Juni 2014 vom Vatikan offiziell anerkannt worden. Der Aie gehören etwa 250 Exorzisten in 30 verschiedenen Ländern an. In Italien gibt es laut dem Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland in fast jedem Bistum einen Exorzisten. In Deutschland gibt es hingegen keinen Offiziellen.

Für die Exorzisten gibt es eine spezielle Ausbildung. Sie sind an strenge Regeln gebunden: „Ein Exorzismus darf nur der aussprechen, der eine besondere und ausdrückliche Erlaubnis erhalten hat. Diese Erlaubnis erhält in der Regel nur der Priester, der sich durch Frömmigkeit, Wissen, Klugheit und untadeligen Lebenswandel auszeichnet“, beruft sich „katholisch.de“ auf das Kirchenrecht.

Wie funktioniert eine Teufelsaustreibung?

Wirres Geschreie und Zuckungen der Arme und Beine reichen laut Kirchenrecht nicht aus, um mit einer Teufelsaustreibung zu beginnen. Betroffene müssen laut „katholisch.de“ diese vier Kriterien erfüllen:

1. Die Person muss in einer ihr unbekannten Sprache sprechen oder jemanden verstehen, der in einer fremden Sprache spricht.

2. Die Person muss „entfernt oder verborgen liegende Dinge offenlegen“.

3. Die Person muss übermenschliche Kräfte zeigen.

4. Die Person muss heftige Aggressionen gegen die Sakramente oder gegen Kreuze zeigen.

Damit aber noch nicht genug. Bevor wirklich ein Exorzismus beginnen kann, muss die Person erst umfassend medizinisch und psychiatrisch untersucht werden.

Erst dann kann ein Exorzismus beginnen. Dieser besteht aus rituellen Gebeten und dem Besprenkeln des Betroffenen mit Weihwasser. Gewalt wird dabei nicht angewendet. Die Vorgehensweise beschreibt Papst Paul V. in seinem im Jahr 1614 erschienenen Werk „Der Große Exorzismus“.

Auch in der christlichen Taufe ist ein Exorzismus-Gebet enthalten, weil „die Taufe Zeichen der Befreiung von Sünde und deren Anstifter, dem Teufel, ist“, erklärt der Katechismus (Handbuch der Unterweisung in den Grundfragen des römisch-katholischen Glaubens).


Das Wort Exorzismus ist griechischen Ursprungs und bedeutet „Hinausbeschwören“. Es ist eine im Namen Gottes vorgenommene Vertreibung böser Mächte aus Menschen, Tieren oder Gegenständen. Die katholische Kirche unterscheidet zwischen dem großen Exorzismus, dem Gebet zur Befreiung eines von der Macht des Bösen Überwältigten, und dem kleinen Exorzismus zur Vorbereitung auf die Feier der Eingliederung in die Kirche (Taufe).

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